§ 55. III. Methode des Aufsatzunterrichtes.
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oder dem vorausgegangenen Unterricht hergeleitet und kurzbegründet. Nur was zu vollkommen klarer Auffassung gebrachtworden, und was von sittlichem oder praktischem Werte ist,sollte stilistisch benutzt werden. Abwechslung in den Stil-gattungen !
2. Die Herbeischaffung des Materials kann nichtschwer fallen, wenn das Ereignis, welches der Aufsatz ver-wertet, noch in frischer Erinnerung ist, oder der Unterricht,aus dem er schöpft, gedankenreich, klar, interessant undnachhaltig war. (Vgl. S. 161 über die Konzentration.)
3. Nicht nur das Thema, sondern auch der Zweck desAufsatzes soll für die Anordnung und Ausführung derGedanken mafsgebend sein. Vom Zweck des Aufsatzes (z. B.Mitteilung eines Ereignisses, Bitte, kurze Wiedergabe desGelernten) ist auszugehen und die Darstellung so auf denselbenzu berechnen, dafs sie »den Eindruck einer beginnenden,stetig fortschreitenden und geschmackvoll sich abrundendenEntwickelung erzeugt«. (Schiefsl.) Das Ordnen und Einkleidender Gedanken geschehe unter möglichster Selbstthätigkeit derSchüler. (Notieren der Disposition, der gefundenen Ausdrücke.)
Würden die fertigen Gedanken und die Gedankenfolgedem Kinde gegeben, so wäre der Gewinn für das Denkenund für die Einführung in die Schriftsprache gering, und dieSchaffensfreude des Schülers würde gehemmt. Gerade dasSuchen und Begründen der Disposition, das Umstellen undVerändern der Dispositionsglieder und das Einsetzen neugefundener Punkte bilden den fruchtbarsten Teil der Aufsatz-vorbereitung.
Musteraufsätze, von Zeit zu Zeit vom Lehrer als Beispielevorgeführt, sind nicht ausgeschlossen.
Betreffs der Behandlung der wichtigsten Formen ist folgendeszu bemerken:
a) Das Niederschreiben der Un'terrichtsergebnisseaus dem Sachunterricht wird unterstützt durch 'Anschreiben vonDispositions- oder Merkpunkten an der Schultafel.
b) Das Aufschreiben der Gliederung eines Lese-stückes wird im Leseunterricht vorbereitet. Es geschieht ineinzelnen Schlagwörtern oder, was stilistisch förderlicher ist, inSätzen, welche dann im Zusammenhang eine Verkürzung des Lese-