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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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3. Der Aufsatzunterricht.

2. Der Stoff ist gegeben, die Form zu ändern oderzu finden.

a) Grammatische Änderungen, z. B. Verwandlung derZeit- und Aussageformen, Ergänzung unvollständiger Sätze;

b) stilistische Änderungen, als Umbildungen poetischerStücke in Prosa, von Erzählungen in Briefform, von Gesprächenin Erzählform, Rückbildungen (gekürzte Inhaltsangabe, Auf-suchen der Gliederung) und Erweiterungen nach gegebenenMerk- oder Dispositionspunkten.

3. Die Form ist gegeben, der Stoff zu finden.Nachbildungen von Erzählungen, Beschreibungen, Ver-

gleichungen, Briefen und Geschäftsaufsätzen nach Mustern;auch 2 b kann hieher gezählt werden.

4. Stoff und Form sind zu suchen.

Neubildungen von Beschreibungen, Vergleichungen, Er-zählungen, Schilderungen, Abhandlungen, Briefen und Ge-schäftsaufsätzen unter Beihilfe des Lehrers. Es bedarf zudiesen Aufsätzen einer förmlichen Anleitung, ein Mitarbeitenan und Ausarbeiten nach der Disposition, wenn die Schülerschliefslich zu einer gewissen Freiheit in der Gedankendar-stellung gefördert werden sollen.

Eine Anzahl der angeführten Formen ist zwar sprach-bildend, für die stilistische Schulung im engeren Sinnejedoch weniger von Bedeutung.

Die Anordnung des Stoffes für die einzelnen Schulklassenist meist in den Kreislehrplänen gegeben.

§55.III. Methode des Aufsatzunterrichtes.

Der Unterrichtsgang ist vorwiegend genetisch, die Formmeist fragend-entwickelnd.

Im einzelnen gelten folgende Bemerkungen und Richt-punkte:

1. Das Thema mufs die Darstellungsgabe der Schülerbeachten. Daher sei es einfach, der geistigen Entwickelungdes Kindes angemessen und mache nur mäfsige Ansprüchesm den Umfang. Es werde aus dem veranlassenden Ereignis