S 51. IV. Zur Geschichte des Lesebuches.
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und gefangen in den gleichsam versteinerten politischen Zuständendes früheren Deutschlands. (Nach P o 1 a c k.) — Charakteristik desKaisers nach Eigenschaften und Thaten. b) Konzentrations -fragen: Wo hält sich nach der Sage Barbarossa auf? Was mit-genommen? Wann wiederkommen? Bedeutung der Sage? c) Gliede-rung: Strophe 1 und 2; 3; 4 und 5; 6 und 7; 8. d) Wiedergabe,Lesen.
II. Denken. 1. Vergleich mit der Sage von Karl demGrofsen im Untersberg.
2. Zusammenfassung. »Grofses und Schönes ist wie dasVerlangen nach Glück in der menschlichen Brust unvergänglich.Aus Druck und Trauer der Gegenwart rettet sich die Erinnerungin eine schöne Vergangenheit und die Hoffnung in eine ver-heifsungsvolle Zukunft.« (Polack.)
III. Anwenden, a) Wie hat sich 1870/71 die Barbarossa-Sageerfüllt? b) Gesang: Ich hab mich ergeben, c) Einlesen, Memo-rieren, Aufsatz.
§ 51..IV. Zur Geschichte des Lesebuches.
1. Das Lesebuch im heutigen Sinne wurde erst im Verlaufeder letzten hundert Jahre ein Lehrmittel der Volksschule. Früherhatten die Schüler nur eine durch religiöse Memorierstoffe erweiterteFibel, das sogenannte Stimmen- oder Namenbüchlein, imGebrauche, wie solche z. B. von Konrad v. Dankrotz he im (1435),von Ickelsamer und von Grüfsbcutel (1534) erhalten sind.Aufserdem wurden Katechismus, Bibel und Gesangbuch als Lese-buch benutzt.
2. Das erste Lesebuch »Der Kinderfreund« (1776) ist vonEberhard v. Rochow, dem Vater der preufsischen Volksschule,verfafst. Es wurde das Vorbild für eine grofse Anzahl anderer, mitvorwiegend moralischer Tendenz, welche durch angenehmen In-halt (Erzählungen, Beispiele, Verse etc.) das Lesenlernen erleichtern,Sach- und Sprachkenntnisse befördern, den Religionsunterricht vor-bereiten und zur Ausrottung des Aberglaubens, der Vorurteile undschädlichen Gewohnheiten beitragen wollten. In Bayern zählen zuden besten und für die Dauer verdienstvollen Büchern dieser Artdie »lehrreichen Erzählungen« von Agidius Jais und die viel spätererschienenen »hundert Erzählungen« von Christoph v. Schmid,die ursprünglich als Jugendschriften verfafst und dann in vielenSchulen als Lesebücher benützt worden sind.