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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 50. III. Behandhing der Lesestücke.

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Die Einzeln - Erläuterungen werden durch eine Übersichtüber den 'Gesamtaufbau des Lesestückes vervollständigt. Diesekann durch die Inhaltsangabe nach jeder methodischen Einheit(S. 69!) gewonnen oder durch schliefsliche Zergliederung des Ganzennachgewiesen werden. Hiebei bündige Fragestellung!')

b) Die Anordnung der unterrichtlichen Thätigkeiten ist ge-wöhnlich folgende:

1. Darbietung durch Vorerzählen, Vorlesen oder Vortragen,veranlafsten Falles auch Nacherzählen oder Nachlesen durch dieSchüler;

2. Erörterung des Inhalts, Darstellung des Thatsächlichen nachseinem äufseren Verlauf, Ausmalen der Situation (Ort und Zeit derHandlung) bei ethischen Lesestücken sodann vertiefende Be-sprechung (vgl. S. 70!) Zusammenfassung durch Kernfragen undFeststellung einer Überschrift;

3. Teil- und Gesamtwiedergabe durch die Schüler in zusammen-hängender Darstellung unter Berücksichtigung der neugefundenenGesichtspunkte und falls nach 1) oder bei 2) schon gelesenwurde wiederholtes Lesen zur Sicherung des Gewonnenen.

Anmerkung. Wird jedoch ein Lesestück im darstellendenUnterricht durch gemeinsame Thätigkeit des Lehrers und derKinder frei aufgebaut, so erfolgt das Lesen erst auf der An-wendungsstufe.-)

Zur Stufe des Denkens gehören Verknüpfung und Zu-sammenfassung s. S. 70 u. 71!

Die Anwendung (dritte Stufe) verwertet zunächst das Gelerntefür das Gemüt und das praktische Leben des Schülers (bei religiösenund sittlichen Lesestücken) und macht es durch verschiedenartigeZusammenfassung, Übersicht und Befestigung gebrauchsfähig. (Vgl.S. 71 und 72!)

Eine naheliegende Form derselben ist sodann die Leseübung.Sie bezielt geläufiges und schönes Lesen des nunmehr erschlos-senen Stückes auch durch die schwächeren Schüler. Die Lese-fehler werden hiebei (in der Regel am Ende des gelesenen Satzesund durch einen Schüler) hervorgehoben und berichtigt, schwierigeWörter eingeübt. Liest der Lehrer einzelnes vor, so hat er hierdas Lesetempo der Schüler einzuhalten. Die Leseübung darf aneinem Stücke nicht zu lange fortgesetzt werden, da sie sonst zumauswendigen Aufsagen und zur Flüchtigkeit führt.

*) Schubert, Theoretisch-praktische Anleitung zum Gebrauche desLesebuchs. 1885. 1. Teil, § 14 ff.

2 ) Regener, Allgemeine Unterrichtslehre. 1894. S. 218.