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2. Die Lesebuchstufe.
die strengen Formen der Büchersprache schon leichter erfafst.Namentlich soll die Schönheit und Eigenart klassischer Dich-tungen nicht durch vorausgehende prosaische Darstellung derselbenabgeschwächt werden. Für die Prosa-Erzählung bleibt indes derfreie umschreibende Vortrag immerhin von Bedeutung.
Die Erläuterungen können sachlicher oder sprachlicherArt sein.
Die Sacherklärung erfolgt durch Veranschaulichung, durchErinnerung an frühere Wahrnehmungen, durch Personifizierungabstrakter Begriffe und durch Hinweis auf deren Gegenteil. Auchbedient man sich einer Umschreibung der zu erläuternden Ausdrückeoder der Vertauschung mit Synonymen. (Sacherklärungen, welchesich auf das Lesestück als Ganzes beziehen, gehören in die Vor-bereitung, z. B. Geschichtliches zu Schillers »Der Graf von Habs-burg« oder die Schilderung der Situation in »Wanderers Nachtlied«von Goethe.)
Die sprachliche Erläuterung umfafst die Satz- und Wort-erklärung.
Bei der Satzerklärung werden gröfsere Sätze zerlegt unddie logischen Beziehungen einzelner Satzteile zueinander — jedochohne Anwendung grammatischer Bezeichnungen — hervorgehobendurch Umschreiben der Ausdrücke, Erweitern und Ergänzeni derSätze oder Satzteile und Umstellung der Wortfolge.
Die Worterklärung nimmt Rücksicht auf die Bildung undVerwandtschaft der Wörter und den Zusammenhang der Sprache(Hildebrand, Vom deutschen Sprachunterricht, I. Abschnitt),umschreibt abgeleitete und löst zusammengesetzte Wörter, erhelltschwierige Flexionsformen, setzt für seltene und veraltete Wörtergebräuchliche, für mundartliche hochdeutsche Ausdrücke und ver-deutscht Fremdwörter.
Sach-, Satz- und Worterklärung treten meist verbunden auf.Man hüte sich, weitschweifige Erläuterungen auf Kosten der Lese-fertigkeit zu pflegen! Knappe Fassung, stete Beziehung zum Lese-ganzen, deutliches Hinstreben zum Ziele 1 Insbesondere kann nichtjeder schwer verständliche Ausdruck durch eine wohlgesetzte De-finition mit Hinweis auf den Gattungsbegriff und auf das wesent-lichste Merkmal erklärt werden (Jütting). Wenn schwierige Wörterund Wendungen aus dem neuen Lehrstoffe so weit als möglich(s. S. 68!) schon auf der Stufe der Vorbereitung gebraucht, um-schrieben und mit bekannten Ausdrücken verbunden werden, soläfst sich hiedurch die Darbietung des Neuen nicht unerheblicherleichtern und kürzen.