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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 49. II. Stoff des Leseunterrichtes.

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Mit Verständnis wird gelesen, wenn der Sinn des Gelesenenaufgefalst und richtig mit dem Vorhergehenden und Nachfolgendenverbunden wird,

schön, wenn Ausdruck und Betonung dem Inhalte des Ge-lesenen entsprechen.

§ 4 9-II. Stoff des Leseunterrichtes.

1. Die Auswahl des Lesestoffes. (Das Lesebuch.)Zur Erreichung der vorbenannten Zwecke muJs das Lese-buch nicht nur ein Buch für das Lesen allein, sondern ingewissem Sinne auch ein Sprach-, Realien- und Literatur-buch sein.

a) Das Lesebuch als Lesebuch im engeren Sinnesoll die Erreichung der drei Leseziele (§ 48 ac) durch Form,Inhalt und Aufeinanderfolge der Lesestücke ermöglichen.

Form und Inhalt müssen die kindliche Fassungskraft berück-sichtigen. Lesestücke, welche zu viele Erläuterungen erfordern,gehören entweder auf eine höhere Stufe oder nicht in das Lesebuch.Neben schwierigen sollen auf jeder Stufe auch leichtere Lesestückevertreten sein. Die Nummern sind jedoch besonders in derMittel- und Oberklasse nicht nach der Leseschwierigkeit geordnet.

b) Das Lesebuch als Sprachbuch dient der Sprach-fertigkeit und der Kenntnis der Sprachgesetze und steht daherin engen Beziehungen zum Aufsatz-, Rechtschreib- und Gram-matikunterrichte.

Die Lesestücke bieten Stoff zu mündlicher und schriftlicherWiedergabe, zum Disponieren, Nach- und Umbilden. BesondereFälle aus der Orthographie und Interpunktion werden im Lese-unterricht stets hervorgehoben und dem in der Rechtschreibstundeerworbenen Wissen eingeordnet. Gleichartige sprachliche Erschei-nungen aus behandelten Lesestücken können als Ausgangspunktegrammatischer Belehrung oder zu Sprachübungen verwendet werden;auch dienen Lesestücke zur prüfenden Wiederholung über dasgesamte grammatische Wissen und Können der Schüler.

c) Das Lesebuch als Realienbuch vermittelt Kennt-nisse aus Geographie, Geschichte und Naturkunde. Dies ge-schieht jedoch nicht in leitfadenartiger oder tabellarischer Form,sondern durch einzelne Beschreibungen, Schilderungen, Erzäh-lungen, Biographien, sogenannte Charakterbilder.