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1. Die Fibclstufe.
lieh ausgebildet. Die feinen Unterscheidungen dieser beiden unddie Belehrungen über die Hervorbringung der Laute waren indeszu schwierig, so däfs das Lautieren fast zu einer grösseren Plageauswuchs, als ehedem das Buchstabieren.
3. In den mittelalterlichen »Schreibschulen« wurden Schreibenund Lesen zusammen erlernt. Auch nach Erfindung des Buch-druckes fehlte es nicht an Stimmen, welche diese Methode bei-behalten wollten. So P. Jordan in seiner »Leyenschul« 1533,Ratich, welcher ein buchstabierendes, Comenius, welcher einlautierendes Schreiblesen empfiehlt. Doch bleibt es das Verdienstdes bayerischen Schulrates J. B. Graser (1766—1841), diemifsbräuchliche Ausbildung des Lautierens beschränkt und dasSchreiblesen (1813) eingeführt zu haben. Die Mängel,welche seiner Methode zuerst noch anhingen (Mundstellungstheorie,Elementarschrift), kamen bald ab. Seminarlehrer Scholz in Breslaugebrauchte zuerst statt der Elementar- die deutsche Kurrentschrift,Seminardirektor Lüben in Bremen verband um der Belebung desUnterrichts willen den Anschauungsunterricht mit dem Schreiblesen.
4. F. Gedike forderte 1779 die analytisch-synthetische
Methode mit Anschauungs-, Denk- und Sprechübungen. Doch wares erst der geräuschvollen Thätigkeit des Franzosen J. Jacotot(1770—1840) vorbehalten, derselben P^ingang zu verschaffen. Aus-gehend von einem lebendigen Sprachganzen und nicht von totenBuchstaben oder Lauten, knüpfte er 1818 den gesamten Unter-richt an ein einziges Buch, Fenelons »Telemach«.
Der Breslauer Lehrer K. Seltzsam hat das Verdienst, JacototsLehrgang vereinfacht, aus einem analytischen in einen analytisch-synthetischen umgewandelt und an Stelle des Buchstabierens dasLautieren gesetzt zu haben. Statt von einem ganzen Buche ginger von einem leichten Lesestücke aus. Doch fand man bald auchdieses noch für zu schwer. Man kam auf Mustersätze (Graffunderin Erfurt) und endlich auf einzelne Muster- oder Normalwörter.Den letzteren Gang hat K. Vogel, Direktor einer Leipziger Bürger-schule, 1843 zuerst beschrieben.
5. Es ist nicht zu verkennen, dafs die Schreib lese- unddie Normalwörtermethode sich einander um ein be-trächtliches genähert haben. Während ursprünglich dasSchreiblesen nur synthetisch verfuhr, darf es, wie Hoff mann undSolereder mit Recht hervorheben, heute auf die Bezeichnung»analytisch-synthetische Methode« ebensowohl wie die Normalwörter-methode Anspruch erheben.