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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Die Fibelstufe.

Tisch, Haus, Dach, Schaf u. s. w. Die Schreibschwierigkeitist hier weniger beachtet.

In beiden Methoden treten Silben, Wörter und Sätz-chen auf, sobald die gelernte Buchstabenzahl dies zulälst.Die meist noch der Fibel angefügten Sätze und leichten Lese-stücke dienen der Steigerung der Lesefertigkeit, aber auchder Anbahnung eines verständigen und schönen Lesens.

Die Verteilung des Lesestoffes richtet sich nach derFibel und den Verhältnissen der Schule. Die Zeit für dieVorübungen schwankt dabei zwischen 2 und 6, die für dieErlernung der Buchstaben zwischen 16 und 24 Wochen.

§ 45.IV. Behandlung auf der Fibelstufe.

Der Schreibleseunterricht erfordert ein Einsetzen der ganzenLehrerpersönlichkeit in die gestellte Aufgabe, grofse Geduld,Herablassung und Liebe zu den Kindern, unverdrossenen FleiL's,der aus aufrichtiger Berufsliebe jeden Tag neu ersteht, undmethodisches Geschick, das von einer umsichtigen Lehrstoff-verteilung und gewissenhaften Vorbereitung unterstützt wird.

Der Lehrgang ist, wie schon bemerkt, analytisch-synthetisch. Von den Unterrichts formen wird am meistendie deiktische und die entwickelnde gebraucht. (Siehediese und die Lehrproben!)

Im einzelnen ist noch zu bemerken:

1. Der Unterricht sei Massenunterricht, der einemöglichst gleichmäßige Klassenleistung erzielt! HäufigeAnwendung gemeinsamer Thätigkeiten ist unerläßlich. (Takt-schreiben, Chorlesen, gemeinsame Korrektur.) In grofsenKlassen wird nicht selten der Unterricht durch die Wandfibeloder den Setzkasten unterstützt. Der Inhalt der Wand-fibel ist dem der Handfibel gleich. Die Setzkästen enthaltengrofsgedruckte einzelne Buchstaben und Buchstaben Verbindungenzum Zusammenstellen.

2. Der Unterricht sei in allen seinen Teilen an-schaulich und rege zum Denken und zur Selbst-tätigkeit an! Konkrete, durch Veranschaulichung unter-,stützte Fassung der erklärenden Sätze, welch letztere so weit