§ 42. I. Arten des ersten Leseunterrichts.
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Das Lesen ist eines der wichtigsten Hilfsmittel für dengesamten Schulunterricht (siehe § 49) und die intellektuelleund sittliche Weiterentwickelung des Menschen.
Es ist von hohem Werte für das berufliche, bürgerlicheund nationale Leben; denn es ist unentbehrlich wie in denGeschäften des kleinen Mannes, so im Handel und Reiseverkehr,bei Ämtern und Gerichten etc. Der Analphabote ist ohne Ver-bindung mit der Vergangenheit, ohne Anteil an den Schätzen vonKirnst und Wissen, die mittels der Schrift seit Jahrtausenden auf-gespeichert wurden. Er ist auch abgeschlossen von der nationalenGegenwart, soweit sie durch die Presse geleitet und vertreten wird.Es ist ihm erschwert, aus der Ferne sittliche Beziehungen zuFamilie und Heimat zu unterhalten, und endlich entbehrt er derFähigkeit, selbständig religiöse Erbauung aus geistlichen Büchernzu schöpfen.
Die Wichtigkeit dieser Gründe hat es mit sich gebracht,dafs der Leseunterricht — abgesehen von der Religions-lehre — der älteste Bestandteil der elementaren Lehrplänewurde und seine hervorragende Stelle bei jeder Umgestaltungderselben behielt.
Im Leseunterrichte der Volksschule lassen sich zwei Stufenunterscheiden, welche wir nach den auf denselben angewandtenLehrmitteln als Fibelstufe und Lesefouchstufe benennen undgesondert betrachten werden. Die Fibelstufe hat es vorzugs-weise mit dem Erlernen der Anfangsgründe (Vorberei-tungsklasse), die Lesebuchstufe mit der Steigerung und Ver-wertung der gewonnenen Kunst zu thun (Unter-, Mittel- undOberklasse).
1. Die Fibelstufe.
§42.I. Arten des ersten Leseunterrichts.
Die hauptsächlichsten der im Laufe der Zeit entstandenenMethoden sind:
a) synthetische, welche vom Einzelnen (Buchstaben, Laut)zum Ganzen gehen:
1. die Buchstabiermethode,
2. die Lautiermethode; —
Böhm, Praktische Unterrlchtslohre. 4. Aufl. 10