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1. Anschauungsunterricht.
b) Der Gegenstand mufs verweilend betrachtet werden.Aus flüchtiger Anschauung können keine klaren Vorstellungenentstehen, und wo diese mangeln, ist der Unterricht von zweifel-haftem Werte. Das verweilende Anschauen kann dadurch ge-fördert werden, dafs man nach vollendetem Unterrichte denbehandelten Gegenstand nicht gleich wegschafft, sondern soan einem passenden Orte im Schulzimmer aufbewahrt, dafsihn die Kinder auch während der Freizeit vor den Sinnenhaben (Schaukasten, — Bilderrahmen, welcher zum Auswechselnder Bilder eingerichtet ist); denn
c) der Gegenstand mufs auch öfter betrachtetwerden, wenn die gewonnenen Anschauungen und Vorstel-lungen reich und nachhaltig sein sollen. Diese Regel weistauf die Wichtigkeit der Beobachtung und der Wieder-holung (siehe 3dl) hin.
Die Beobachtung ist wohl zu unterscheiden vorn blofsen An-schauen. Sie beschäftigt sich vorzugsweise und dauernd mit den Ver-änderungen, welchen Naturgegenstände oder -Erscheinungen innerhalbdes Jahreslaufes oder auch ihres gesamten Daseins unterworfen sind,also mit ihrem Werden, Wachsen und Vergehen. Solche Veränderungensind z. B. die Entfaltung der Knospe, die Verwandlung der Insekten, derWitterungswechsel in den verschiedenen Jahreszeiten u. a. Die fort-gesetzte Beobachtung ein und desselben Objektes ist von hohem Wertefür die Bildung und Erhaltung des Interesses an der Naturund gehört daher zu den realen Aufgaben des Anschauungsunterrichtes.Nicht vielerlei, sondern viel soll beobachtet werden. Die Ergebnissewerden in wenigen Sätzen festgehalten und diese von Zeit zu Zeit geordnetund zusammengefafst. 1 )
2. TJntei-richte allseitig bildend! Die Geschichte desAnschauungsunterrichtes lehrt, dafs die verschiedenen Interessen(§ 17) nicht immer gleichmäfsig gefördert wurden. Um indieser Beziehung Verstöfse zu vermeiden, werden beim gesamtenUnterrichte und nach Möglichkeit auch in jeder einzelnenLehrstunde folgende Punkte beachtet:
a) Formale und materiale Aufgaben sind zu ver-binden.
b) Das Ideale ist durch das Reale zu begründen.(Siehe die Lehrproben!)
') Vgl. Seyferth R., Naturbeobachtungen. Leipzig 1892. Jl 1.20.