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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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B. U. Der Unterricht in der deutschen Sprache.

I

Erste Gruppe.

Der Unterricht in der deutschen Sprache.

VonKlaus Brixle,

Kg], Kreissehulinspcktor in München.

§36.Einleitung.

1. Die Sprache ist eines unserer höchsten Güter. Sie istdas Siegel für den Besitz des Gedankens, das Band für diein der Seele aufgespeicherten Vorstellungskomplexe, ein Mittelzum Erwerb und zur Klärung der Gedanken und zum geistigenVerkehr mit der Vergangenheit und Gegenwart. Verstand,Gefühl und Willen in gleicher Weise beeinflussend, ist siedas wichtigste Erziehungs- und Unterrichtsmittelund der Sprachunterricht darum nach dem Religions-unterrichte der wichtigste Gegenstand der Volks-schule.

2. Nach der theoretisch-praktischen Seite hin solldieser Unterricht Sprach Verständnis und -Fertigkeiterzielen, d. h. den Schüler befähigen, die hochdeutsche Redeund Schrift, soweit sie sich in seinem Gedankenkreise bewegt,richtig aufzufassen und sich mündlich und schriftlich richtigauszudrücken. Nach der idealen Seite hin dient der Sprach-unterricht der Gesamtbildung namentlich durch Hervorhebungder sittlichen und nationalen Bildungsmomente im Lehrstoff.

(Hochdeutsch und Mundart.) Die hochdeutsche Bücherspracheist allen deutschen Stämmen gemeinsam, ist die Sprache des Staates, derKirche, des Gerichts, der Kunst und Wissenschaft; sie mufs daher auchdie Sprache der Schule sein. Die Mundart ist nur zur Verständigungmit den Anfängern während der ersten Zeit des Schulbesuchs undaufserdem zur Vergleichung mit der hochdeutschen Sprache, zur Erläute-rung derselben, zur Darlegung örtlicher Anschauungs- und Ausdrucksweiseund zur Belebung des heimatlichen Sinnes mafsvoll verwertbar.

3. Die Haupt mittel der sprachlichen Schulung sindHören und Lesen, Sprechen und Schreiben. Hierausläfst sich eine Fünfgliederung der sprachlichen Fächer herleiten.Hören und Sprechen finden ihre erste und besondere Pflege