§ 32. I. Von dem Lehrer.
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die Charakterbildung frisch und fröhlich gedeihenkann.
Zu dem Ende nehme der Lehrer so oft als möglich eine festeStellung vor den Schülern ein und hüte sich vor vielem. Hin-und Hergehen im Klassenzimmer.
4. Herr Über die Verhältnisse der Schüler wird derLehrer, wenn er Klugheit und Geduld genug besitzt, die hinder-lichen Verhältnisse
a) von innen heraus zu überwinden und unschädlichzu machen (wenn er z. B. nach irgend einer Seite hin wider-willige Eltern für seine Ansicht und Praxis zu interessierenvermag); oder
b) den anscheinend hinderlichen Verhältnissen diebeste Seite abzugewinnen und sie in irgend einer Weisenutzbar zu machen (z. B. unzweckmäfsige Lehrmittel mit umso gröfserem Geschick zu behandeln); oder, wenn beides un-möglich erscheint,
c) die obwaltenden Verhältnisse bei den Forderungenan die Schüler wenigstens zu berücksichtigen (z. B. Schul-versäumnisse, durch die Eltern verschuldet, sind nicht an denSchülern zu strafen). —
Verkehrt wäre es, die gegebenen Verhältnisse mit Gewaltändern zu wollen. Solch tolldreiste Versuche schlagen meistenszum Schaden aus und geben Anlafs zu unbegründeten und un-fruchtbaren Klagen. Unüberlegtes »Dreinfahren« hat schon manch-mal die ganze spätere Wirksamkeit in Frage gestellt.
2. Bildung und Fortbildung.
Soll der Lehrer diesen hohen Aufgaben genügen können,so mufs er für sein Amt nicht nur eine tüchtige Vorbildungempfangen haben, sondern auch auf seine Fortbildung eifrigbedacht sein. Wie ein Lehrer recht erziehen und lehren soll,das hat der Seminarist in der Erziehungs- und Unterrichts-lehre theoretisch zu lernen; wie das gemacht wird, diepraktische Ausführung, mufs er in der Seminarschule er-fahren durch Beobachtung des ganzen Schulbetriebes, durchHospitieren bei mustergültigem Unterricht, sowie durch eigeneLehrversuche.
Böhm, Praktische Untorrichtslohre. 4. Aufl. 8