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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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A. TL Schulkunde.

durch stets wiederkehrende Lieblingsausdrücke etc. bei seinenSchülern lächerlich gemacht und damit sein Ansehen auch in derÖffentlichkeit geschädigt, da die Schüler dergleichen auf die Gasseund in die Häuser tragen.

2. Herr über seinen Gegenstand ist der Lehrer, wenner genau kennt und versteht,

a) was er zu lehren hat, also Meister des Stoffes im all-gemeinen wie im einzelnen ist; wenn er reiflich erwägt,

b) wie viel Stoff er den einzelnen Klassen und Unter-richtszeiten zuteilen darf, also die »Lehrpensen« richtigzu bestimmen weifs, und wenn er endlich ins Reine darübergekommen,

c) wie dieser Stoff richtig zu behandeln ist, also auch»Methode« besitzt.

Solche Herrschaft ist freilich ohne fortdauernde gewissenhafteVorbereitung nicht denkbar, avoM aber ist sie das beste Bewahrungs-mittel vor alljährlich wiederkehrender Prüfungsqual. Nur stete, un-ablässige Arbeit macht praktisch tüchtig für die Schule.

3. Herr über seine Schüler ist der Lehrer,

a) wenn er die (individuellen) Eigenschaften der Ein-zelnen wie der Masse so genau kennen gelernt h-at, dafser sich in die »gesamte Seelenstimmung« derselben zuversenken und aus dieser heraus sie durch seine entschiedene,lebendige Sprache, durch sein ernstes und doch freundlichesWort, durch den Ton seiner Stimme (Lehrton) zu »packen«,für die geistige Mitarbeit zu interessieren und zu befähigenvermag;

Solche geistige Macht über die Schüler ist die Hauptquellewahrer Lehrerfreuden und das sicherste Mittel gegen Stock-meisterei. Es kann daher die Führung von Individuenbüchern,in welche die Beobachtungen bezüglich der häuslichen Verhältnisse,der leiblichen Entwicklung, der intellektuellen, der Gemüts- undsittlich-religiösen Bildung jedes einzelnen Schülers sorgfältig einzu-tragen sind, nicht genug empfohlen werden.

b) wenn er durch seine Disziplin eine solche sittlicheLebensordnung unter seinen Schülern herzustellen undzu erhalten imstande ist, dafs die Schule zu einem Lust undFreude erweckenden Arbeitsfelde wird, auf dem der Unter-richt nicht nur keine Störung erleidet, sondern ebenso wie