§ 32. I. Von dem Lehrer.
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4. für seinen Beruf begeistert und von reiner, heiligerLiebe zu seinen Schülern beseelt sei. Denn wie die Blumenihre Kelche der Sonne, so erschliefsen sich die Kinderherzender Liebe des Lehrers.
Wer den Lehrerberuf übt und richtig schätzt, darf wegender Hoheit seiner Ziele mit edlem Stolze erfüllt sein, wird aberdoch frei bleiben von dem oft citierten Schulmeisterdünkel,der Pflicht und Leistungsfähigkeit verkennt. Denn was es in diesemBerufe zu leisten gilt, das ist unendlich viel und schwer und er-fordert neben der ganzen Hingabe an denselben in aller Be-scheidenheit die Erkenntnis, dafs Kraft und Aufgabenicht im gleichen Verhältnisse stehen.
Wo diese in Geist und Gemüt des Lehrers begründetenEigenschaften vorhanden sind, also der rechte Lehrgeistihn auszeichnet, da ist er der Möglichkeit näher gerückt, jenevierfache Herrschaft auszuüben, welche er stets 1. übersich selbst, 2. über seinen Gegenstand, 3. über seineSchüler und 4. über die Verhältnisse seiner Schüler an-zustreben hat.
1. Herr über sieh selbst ist der Lehrer, wenn er sichvollkommen in der Gewalt hat und sich in keiner Weise gehenlälst. Dies zeigt sich in seiner ganzen Haltung und zwar
a) äufserlich, wenn er stets in körperlicher Reinheitvor seine Schüler tritt; wenn Haltung und Bewegungenedel, harmonisch, frei und ungezwungen sind und keine trägeGleichgültigkeit oder hastige Unruhe verraten, sondern dieWürde des Lehramts mit der herablassenden Liebe ver-einigen; wenn er laut und vernehmbar spricht, aber nichtschreit und lärmt etc. — Eine solche äufserliche Erscheinungist aber nur ein Beweis, dafs der Lehrer sich
b) innerlich beherrscht, dal's er über alle Leiden-schaften, Schwächen und verkehrten Neigungen, als dasind Zorn, Ungeduld, Parteilichkeit, Oberflächlichkeit, Dünkel etc.,stets Sieger zu werden trachtet; dafs er die eigene Art unddie eigenen Wünsche zügelt und nach der Stimme des Ge-wissens, nach der. Art des Lehrstoffes und dem Bedürf-nisse der Schüler regelt.
Gar mancher Lehrer hat sich schon durch seine eigentüm-lichen, absonderlichen Gewohnheiten und Manieren,
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