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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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A. U. Von der Methode des Unterrichts.

Hören des Vortrages gewöhnt. (Predigten, Gemeindeversamm-lungen, Gerichtsverhandlungen etc.)

Was nun weiter die Anwendung des Vortrages in derVolksschule betrifft, so mögen dafür folgende Regeln gelten:

a) Der Lehrer trage frei vor, ohne Buch.

b) Der Vortrag gehe nach den Grundsätzen der Apper-ception von Bekanntem aus, sei anschaulich, sachlich,bündig tind schweife nicht ab.

c) Die Gedankenfolge entspreche der natürlichen Ord-nung. Auch der Vortrag soll eine Entwicklung sein, die sichabschnittweise vollzieht. Je jünger die Schüler sind, destonötiger ist eine öftere Unterbrechung des Vortrages, um durchFragen und Abfragen, durch Nacherzählenlassen und Rück-blicke (Zusammenfassungen) sich des Erfolges zu versichern.'

d) Der sprachliche Ausdruck sei einfach, klar, ver-ständlich, der Bildungsstufe des Schülers entsprechend; dasVortragen währe auch nicht zu lange- »Andauerndes Dotierenist vom Übel und macht die jungen Geister tot oder rebellisch.»

Beim Vortrag kommen in der Volksschule hauptsäch-lich Erzählung, Beschreibung und Erklärung, allge-meine Sätze, Vorlesen und Diktieren in Betracht.

1. Die Erzählung reiht die Thatsachen der Zeit nach(successiv) aneinander und bringt sie so einzeln zur innerenAnschauung. Damit kommt sie aber der Vorliebe und demBedürfnis der Jugend nach Anschaulichkeit entgegen,welche schon zu Hause keine schönere geistige Befriedigungkennt, als Geschichten erzählen zu hören. Es ist darumhochwichtig, dafs auch der Lehrer die Kinder von der soleicht zugänglichen Seite fasse und ihnen gleich in den erstenSchultagen so anschaulich als möglich erzähle, einmal umihnen Freude zumachen, sodann auch, um ihren Anschau-ungskreis allmählich zu erweitern, ihr Gedächtniszu stärken und durch Nacherzählenlassen ihre Sprach-fertigkeit zu steigern. Die Erzählung erfüllt ihren nochweiter gehenden Zweck erst dann, wenn sie so klar und wahrist, dafs sie auf das Erkennen, so schön, dafs sie auf dasFühlen, und so gut (moralisch) ist, dafs sie auf das Wollendes Kindes, überhaupt auf sein sittliches Leben, befruch-tend und in rechter Weise bestimmend einwirkt.