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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 26. 1. Die mitteilende Unterrichtsform.

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Die Erzählung soll detailliert sein, denn die Kinderhängen an den Nebenumständen. Der Lehrer muls daher dieEinzelheiten der Erzählung, ihre Aufeinanderfolge undgegenseitige Beziehung, besonders den Kern- und Haupt-gedanken genau kennen. Bei jüngeren Schülern ist sie stetsmit denselben Worten zu geben, damit ihnen das Nacherzählenmöglich wird. Was den Ton betrifft, soll die Erzählung warmund herzlich sein, nicht kalt und teilnahmslos. Die innereTeilnahme des Erzählers für den Gegenstand mufs auch dasvolle Interesse des Hörers erwecken.

Eine Erzählung, die Kind und Mann hören kann und wiederhören will, hat den rechten Inhalt. Dabei geht Wahrheit über alles 1Doch haben auch Fabeln und Märchen ihre Berechtigung undihren Wert, da erstere die Wahrheit durch die Bildersprache an-schaulicher machen und letztere die Phantasie veredeln. Die bib-lische Erzählung ist in vieler Beziehung ein unerreichbares Vor-bild. (Hebels Geschichten, Grimms Märchen, Fabeln von Hey,Erzählungen von Krummacher, Christoph v. Schmid, Gull u. a.)

Gut erzählen ist aber sehr schwierig. Wer es kann,hat nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Kinder inseiner Hand. Wenn der Lehrer zum Erzählen keine besondereGabe besitzt, so kann diese doch einigermafsen ersetzt werden,sobald kindlicher Sinn ihn zur liebevollen Beobachtungund Erforschung der jugendlichen Art und des kind-lichen Bedürfnisses hinführt und der Berufseifer ihuzu gründlicher Vorbereitung antreibt.

Von der Erzählung verschieden ist das Referat, welches ineiner Aufzählung der Thatsachen besteht.

2. Die Beschreibung stellt die Teile der sinnlich wahr-nehmbaren Gegenstände oder diese selbst (z. B. beim Vor-zeigen) räumlich nebeneinander und sucht sie dadurch(auch nicht gegenwärtige Gegenstände) dem Schüler zurgenaueren Kenntnis zu bringen. Jedes Merkmal wird erst auf-gewiesen und dann mit Worten beschrieben. Dies ist zunächstdie Aufgabe der Lehrbeschreibung; die Schönbeschreibung(Schilderung) verfolgt zugleich ästhetische Zwecke. Die Regelnfür die Beschreibung gehören in die Aufsatzlehre.

Das entwickelnde Erzählen Und Beschreiben, welches dasNeue in das Licht des Alten stellt und Phantasievorstellungen