§ 25. Die Unterrichtsstufon.
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Hat die Begriffsbildung schon auf der 2. Stufe begonnen, so bleibtfür die 3. Stufe oft nicht viel zu verknüpfen übrig. Ist nichts demNeuen Ähnliches behandelt, so mufs die Vergleichung ohnehin wegfallenund die aus der unmittelbaren Anschauung des Neuen gewonnene klareund deutliche Einsicht als genügend erscheinen.
4. Die Zusammenfassung. Auf dieser Stufe vollendet sichder begonnene Abstraktionsprozefs. Bei der Verknüpfung tretenneben das Begriffliche immer noch die Einzelvorstellungen, ausdenen es herausgelöst werden sollte. Jetzt soll das Begriffliche ausdem Konkreten völlig ausgesondert, ganz isoliert, mit demrichtigen sprachlichen Ausdruck belegt und in die Begriffsreihe(Gruppe, Klasse, Ordnung, System) eingefügt und in dieserForm festgehalten werden. Wo ein entsprechendes Lehrbuchvorhanden ist, mufs jeder neugewonnene Teil des Systems damitverglichen und durch zu unterstreichende Stichworte, die andie Regel, den Begriff, das Gesetz etc. erinnern, markiert werden.Andernfalls sind die gefundenen Regeln, Begriffe, Gesetze etc. inder Form von Stichworten zu fixieren und vom Schüler selbstals Diktat niederzuschreiben, bei den zur Einprägung nötigenWiederholungen aber in Form von Sätzen zu lesen. Bei räum-lichen Gegenständen müssen Zeichnungen und Kartenbilder hinzu-treten, aufserdcm schriftliche Darstellungen sich an alle Teile desSystems anschliefsen.
Vielfach fliefsen "Verknüpfung und Zusammenfassung ineinander,da durch Betonung des Gemeinsamen sich der Begriff wie von selbstergibt; manchmal übersteigt es die Fassungskraft des Schülers, ihm dieAbleitung eines Gesetzes oder einer Regel zuzumuten. Daher fällt auchdiese Stufe öfters aus, und das Systemheft kommt dann nicht in Benutzung.Viele Schulmänner ziehen übrigens ein gutes Lehrbuch dem oftschlecht geschriebenen, der Übersichtlichkeit vielfach entbehrendenSystemheft vor und behaupten, dafs man den Unterricht bei Benutzungeines solchen Lehrbuches auch So gestalten kann, dafs der Schüler zurmöglichsten Selbsttätigkeit angeregt wird.
5. Die Anwendung. Der wahre Wert des Wissens bestehtnicht im blofsen Besitz, sondern darin, dafs man es zu gebrauchen,anzuwenden versteht. Deshalb hat diese Stufe 1. dem Wisseneinen solchen Grad von Sicherheit und Beweglichkeit zugeben, der es dem Geiste möglich macht, in jedem Falle völlig freiüber das Gelernte zu verfügen, es also bis zur gröfsten Sicherheiteinzuüben, 2. das Gelernte durch Anwendung auf prak-tische Fälle in Gebrauch zu nehmen, d.h. durch Lösung vonAufgaben in den Dienst deä Lebens zu stellen. Die Auf-gaben müssen den Schüler veranlassen, nicht blols von einemgegebenen Besonderen aufzusteigen zum Allgemeinen, dem es unter-geordnet ist, sondern auch von dem Allgemeinen aus zum Be-sonderen herabzusteigen. Das letztere ist namentlich zu berück-sichtigen, weil im Leben die Anwendung des Wissens sich immer