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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 24. 2. Der Unterrichtsgang.

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Der im Wechsel zwischen Analyse und Synthese vorwärts-schreitende und dem geistigen Entwicklungsgange des Schülersangepafste, die Apperception im Bewulstsein anbahnende (ge-netische) Lehrgang wird auch genetische Methode genannt.

Ein vollständiger Lehrgang erfordert aber auch das Üben,Anwenden und Wiederholen des (gegebenen oder entwickelten)Gelernten.

Das Üben zielt darauf ab, den Gegenstand der Einsicht indem Schüler zur Fertigkeit zu steigern, so dafs sich die ersterejederzeit in der Handlung manifestiert. Jeder Unterrichts-gegenstand, jede Unterrichtsform und Unterrichts-thätigkeit mufs die Übung der Kräfte des Schülers be-zwecken. Besonders die Aufgaben werden der Übung wegengegeben.

Das Anwenden macht dem Schüler begreiflich und anschau-lich, inwiefern eine Wahrheit auch auf ihn (sein Inneres,seine Person, seine Verhältnisse) sich bezieht, wann er undwie er Gebrauch von ihr machen soll. Die Anwendunghat nur dann einen Wert, wenn sie unter Bezugnahme auf die Fälle,in welchen der Schüler das Geübte nötig hat oder durch Hinweisauf die Verwertung des Gelernten im künftigen Leben denSchüler zu bewegen vermag, von seinem Wissen und Können denrechten Gebrauch auch wirklich zu machen und seine sittlicheGesinnung stets zu bethätigen.

Anfang, Mitte und Ende eines jeden Lehrganges ist die Wieder-holung, denn sie ist die »Mutter des Wissens.« Es ist deshalbjede Unterrichtsstunde mit kurzer Wiederholung desin der letzten Stunde behandelten Stoffes zu beginnen; es sindnach jedem Abschnitte eines Lehrstückes die Hauptpunktezu wiederholen; es ist nach jeder Lehrstunde ein Rückblickauf den behandelten Gegenstand zu werfen; es ist in allemUnterricht auf das früher Dagewesene zurückzugreifen. Auchjede Prüfung erscheint als eine Wiederholung und als eine Er-probung der geistigen Kraft.

Zusammenfassung. Der genetische Lehrganghat überall an den Anschauungs- und Erfahrungskreis desKindes anzuknüpfen, vom Nahen zum Fernen, vom Leichtenzum Schweren, vom Konkreten zum Abstrakten, von der An-schauung zum Begriff lückenlos fortzuschreiten, von Zeit zu

Böhm, Praktische Unterrichtslehre. 4. Aufl. 5