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A. U. Von der Methode des Unterrichts.
Der Gang der Realanalyse und der Realsynthese.
1. Die Realanalyse geht von der Vielheit zur Betrach-tung des Einzelnen, vom Zusammengesetzten zum Ein-fachen, vom Ganzen zu den Teilen, zerlegt den Gegen-stand räumlich oder zeitlich in seine Bestandteile, z. B. denBaum in "Wurzel, Stamm und Krone, das Rind in Kopf, Hals,Rumpf und Gliedmafsen, das Jahr in Jahreszeiten, Monate, denSatz in Wörter, das Wort in Silben oder in Laute. Man wendetdie Realanalyse da an, wo man die im Erfahrungskreise derKinder liegenden Gegenstände in allen ihren Bestand-teilen zum klaren Bewufstsein bringen, einen aus richtigenAnschauungen bestehenden appercipierenden Hintergrund fürden weiteren Unterricht schaffen will. Die Realanalyse ist so-mit vorzugsweise ein klärendes, erläuterndes Lehrverfahrenund beim Schulunterricht von gröfster Wichtigkeit.
2. Die Realsyntliesc fügt die Teile des wirklichen Gegen-standes aneinander und bildet so aus den Teilen wieder dasGanze, z. B. aus Wurzel, Stamm und Krone den Baum, aus1 —j— 1 —f— 1 —j— 1 die Zahl 4, aus den Lauten i und n dieSilbe in etc.
Die Realsynthese ist ein den Gesichtskreis stetig erwei-ternder Unterricht und wird deshalb oft speziell genetischerLehrgang i. e. Sinne genannt.
Beim Schreibunterricht wird der realsynthetische Lehr-gang eingehalten, welcher deshalb als ganz naturgemäfs erscheint,weil hier vom einfachsten Teil des Buchstabens zu diesem selbstund zum zusammengesetzten Schriftworte vorgeschritten wird. Derähnliche Gang in der Naturkunde und Geschichte heifst auch dar-stellender Unterricht. Ähnlich ist es beim Leseunterricht(Schreibleseunterricht), bei welchem das synthetische Verfahren unsebenfalls am natürlichsten erscheint. Doch wird bei diesem Lehr-fach jetzt häufig der analytische Gang eingeschlagen, von der Sachezum Zeichen und Wort (für dieselbe) gegangen und dasselbe zer-gliedert, worauf dann wieder die Zusammensetzung folgt. Dieseanalytisch - synthetische Methode, welche man auch den »ver-einigten Anschauungs-, Sprach-, Schreib-, Lese-, Zeichen- und Sing-unterricht« nennt, ist im Anschlufs an die ursprünglich analytischeMethode Jacotots zur Normalwörtermethode geworden. Durchdieses Verfahren wird die Konzentration fast des gesamten Lehr-materials des ersten Schuljahres in 40 bis 50 Normalwörtern an-