§ 23. Allgemeine Grundsätze des Unterrichts.
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heischt mehr die vortragende, der andere mehr die fragendeund aufgebende Lehrform etc.
Ein die Natur des Schülers, die Entfaltung seiner Kräfte,die Natur der Verhältnisse und der Lehrgegenstände berück-sichtigender Unterricht ist psychologisch und entspricht denmethodischen Anforderungen; daher der Unterrichtsgrund-satz: Unterrichte naturgemäß»!
Comenius nimmt diesen Grundsatz ganz allgemein und sagtin Kap. 16 seiner »Grofsen Unterrichtslehre«, dafs man mit Erfolgnur lehren könne, wenn man den Spuren der Natur folgt. DieNatur achte auf die geeignete Zeit, bereite den Stoff, ehe sie ihnformt, mache das Subjekt zur Aufnahme geeignet, gehe strenggeschieden in den einzelnen Stücken vorwärts, schaffe von innenheraus, gehe vom Allgemeinen zum Einzelnen, schreite stufenmäfsigvorwärts, raste nicht, bis sie ans Ziel gelangt und vermeide Gegen-sätzliches und Schädliches.
Pestalozzi und nach ihm Diesterweg u. a. beziehen diesenGrundsatz auf die leibliche und geistige Natur des Menschen,deren Entwicklung nach den in dieselbe gelegten Gesetzen erfolgt.
2. Grundsatz. Alle Vorstellungen, die der Mensch ge-winnt, fliel'sen aus den beiden Quellen: Erfahrung und Umgang.Die Erfahrung vermittelt Kenntnis der Natur.
a) Der methodische Unterricht führt daher den Gegen-stand des Lehrens in natura vor die Sinne des Schülers, derdadurch unmittelbare Anschauungen erhält, Erfahrungenmacht. »Alles kommt darauf an, dafs wir die Augen des Geistesnie von den Dingen selbst wegwenden und ihre Bilder,ganz so wie sie sind, in uns aufnehmen.« (Baco v. V.)(Vergl. Bd. I. § 24.) — Ist dies nicht möglich, so muls derGegenstand durch künstliche Nachbildungen (Modelle,Bilder, Karten, Rechenmaschinen, Zeichnungen) anschaulichgemacht werden, wodurch mittelbare Anschauungenentstehen. Dabei bleibt zu beachten, dafs alle zur sinnlichenAnschauung gebrachten Dinge nach allen Seiten so zu beleuch-ten sind, dafs das Wahrnehmbare, besonders das Charak-teristische derselben, in das Bewufstsein des Schülers tritt.Auch sind verschiedene Sinne bei der Perzeption in Anspruchzu nehmen, damit die Anschauung vollständiger werde, undfester im Gedächtnis hafte.