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A. TL Von der Methode des Unterrichts.
Eine Reihe hervorragender Pädagogen, die willkürlichem, plan-und regellosem Lehren abhold waren, wie Ratke, Comenius,Locke, Rousseau, Basedow, Salzmann, Pestalozzi, Graser, Diester-weg, Herbart, Ziller u. a. haben an der Hand ihrer Beobach-tungen und Studien verschiedene, allgemeingültige psycholo-gisch begründete Sätze aufgestellt, welche für alle Unterrichts-arbeit oberste Regel und Richtschnur bilden sollen.
Anmerkung. Diesterweg hat seine Unterrichtsregeln ein-geteilt in solche, welche den Schüler, den Lehrstoff und denLehrer betreffen. Allein da eine jede derartige Scheidung ihrMifsliches hat, ein und derselbe Grundsatz verschiedcnseitig bezogenwerden kann, so ist hier eine solche Einteilung der Unterrichts-grundsätze unterlassen und sind nur die wichtigsten angeführt,welche übrigens auch vielfach ineinandergreifen.
Diese fünf Grundsätze heifsen: Unterrichte 1. natnr-gemäfs, 2. anschaulich, 3. einfach, 4. stetig fortschreitend,und 5. interessant!
1. Grundsatz: a) Ein Unterricht, der zum Ziele führensoll, mufs vom Standpunkt des Schülers ausgehen, denEntwicklungsgesetzen der Menschennatur überhaupt unddenen der Kindesnatur im besonderen entsprechen Esist daher notwendig, dafs der Unterrichtende sich Kenntnisder Schülerindividualität verschafft, Fassungsgabe, Entwicklungs-und Bildungsstufe kennen lernt, Geschlechter und Tempera-mente würdigt, die dabei sich zeigenden Verschiedenheitenberücksichtigt und deren Träger entsprechend behandelt. Der6 jährige Schüler bedarf anderer geistiger Kost als der 12 jährige,der Knabe eine andere Behandlung als das Mädchen.
b) Verschieden ist auch die Natur der in Betrachtkommenden Verhältnisse. Die zur Masse (Abteilung,Klasse) vereinigten Individuen entwickeln oft ganz andere Ei-genschaften als in der Isolierung; Landkinder und Stadtkinder,Kinder gebildeter Eltern und solche aus ungebildeten Familienzeigen beachtenswerte Verschiedenheiten.
c) Nicht zu übersehen ist ferner die Natur der Lehr-gegenstände. Der eine nimmt mehr den Verstand, ein anderermehr das Gefühl, ein dritter mehr den Willen in Anspruch;der eine bezweckt mehr ein Wissen, der andere mehr eineFertigkeit und erfordert daher gröfsere Übung; der eine er-