§ 20. 2. Verteilung und Anordnung des Lehrstoffes.
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4. Der Wert eines guten Lehrplans ist ein sehrerheblicher. Er besteht hauptsächlich in der Ver-hinderung planloser Arbeit und in der Erzielungeines ziemlich gleichmäl'sigen Fortschrittes in dengleichartigen Volksschulen eines Landes, eines Kreises etc.Durch ihn wird der zerstreute Lehrer von Nebendingenweg auf Sammlung seiner Kräfte für die Hauptaufgabehingewiesen, der eilfertige von der Oberflächlichkeitab- und zur Gründlichkeit angemahnt, der langsame aberdurch das stets vor Augen gestellte Ziel zu regemEifer angespornt. Der Lehrplan gibt auch dem Visitatoreine bestimmte unübersteigbare Norm und steht somit unbilligenForderungen von dieser Seite im Wege.
Die Lehrpläne sind das Ergebnis fortgehender Arbeit desganzen Lehrerstandes und seiner Behörden. Die von den Landes-schulbehörden ausgegebenen Lehrpläne sind meist sehr allgemeingehalten und nicht für lokale Verhältnisse geschaffen. (AllgemeineBestimmungen vom 15. Oktober 1872 für Preufsen; Schul- undUnterrichtsordnung für die allgemeinen Volksschulen vom 20. August1870 für Österreich; allgemeiner Lehrplan von 1811 für dasKönigreich Bayern etc.) Selbst die auf Grund des allgemeinenbayerischen Lehrplanes erst in neuerer Zeit entstandenen, mitviel Sorgfalt ausgearbeiteten und den Zeitforderungen entsprechen-den Kreislehrpläne lassen noch einen ziemlichen Spielraum.
Am Ende jeden Schuljahrs hat der Lehrer schriftlich nach-zuweisen, wie weit das Lehrziel des Lehrplanes erreicht wurde,und die Gründe anzugeben, welche dies etwa hinderten. (Krank-heiten, schlechter Schulbesuch wegen ungünstiger Witterung,schwache Begabung etc.) Diese Rechtfertigungsschrift des Lehrersheilst Lehrnachweis. Auch dieser hat seinen bestimmten Wert.Je ehrlicher und offener er nämlich die Verhältnisse der Schuleschildert, einen um so sichereren Boden haben die Visitatoren füre me billige und gerechte Beurteilung. Ein sorgfältig geführtesTagebuch ist übrigens der beste Lehrnachweis.
5. Der Lehrplan mufs eine Ergänzung finden indem Lcktionsplan, der die Verteilung des Lehrstoffesauf ein Jahr oder Semester, auf die einzelnen Quartale, Mo-nate, Wochen und Tage enthält. Ein solcher Plan dient zurKontrolle wie zur Vorbereitung. »Ohne ihn arbeitet derLehrer ins Blaue hinein; er fühlt sich seines Erfolges niemals