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A. U. Vom Stofi des Unterrichts.
die scheinbar ihre eigenen Wege verfolgen, das in der Seele desKindes vereinzelt Dastehende zusammenzuführen, das Auseinander-strebende zu verknüpfen bestrebt ist, dafs er dabei die eigene Er-fahrung des Zöglings überall herbeizieht, damit von verschiedenenPunkten des Wissens aus Verbindungen miteinander hergestelltwerden« (Bartels). Die Vorstellungswelt mufs ein harmonischesGanzes bilden. Die vorausgehende Konzentration des Stoffes stehtsomit nur im Dienste der beabsichtigten Vorstellungs- und Ge-dankenverbindung. Es kann somit kein einzelner Lehrgegen-stand, auch nicht der wichtigste, den Bildungszweck des Volks-schulunterrichts nach allen Seiten hin fördern, also auch nichtder einzige Mittelpunkt sein. »Nicht der Lehrer oder derLehrstoff, das Kind (die werdende Persönlichkeit) istder Mittelpunkt der Lehr- und Erziehungsthätigkeit.«(Diesterweg.)
Seminarinspektor Königbauer spricht in seiner Schrift»Zur Reform des Unterrichtsbetriebes« die Ansicht aus: Wenn dieVolksschule ihrer Aufgabe gerecht werden und dem Unterricht dierichtige »Konzentration« geben wolle, so dürfe der Lehrstoff nichtnach »Fächern« eingeteilt und vermittelt werden, sondern müssedem menschlichen Interessenkreise entnommen werden, zuwelchem 19 Gruppen gehören, nämlich: Nahrung, Kleidung,Wohnung, Heizung und Beleuchtung, Beschäftigung, die Landschaftund ihre Produkte, Wind und Wetter, Gestirne und Zeiten, dermenschliche Organismus, die Arbeitsteilung, Gesellschaftsordnung,der Verkehr, das Eigentum, die Wertbestimmung, der Haushalt,Sitten und Gebräuche, der Streit und das Recht, die ästhetisch-moralische und die sittlich-religiöse Bildung. Zur Einführung indiese Interessenkreise habe noch die Erwerbung von gewissenFertigkeiten zu treten, zu welchen die Übungsfächer Lesen, Schreiben,Rechnen, Singen, Zeichnen und Turnen gehören. —
Die Anordnung des Unterrichtsstoffes ist übrigens zugleichSache der Methode, weshalb in dem folgenden Abschnitt dieserPunkt wiederholt berührt werden mufs.
Anmerkung. Noch sei erwähnt, dafs die Durchführung einesLehrplanes in Klassen mit mehreren Jahrgängen viel schwierigerist als in sieben- oder achtklassigen Schulen, wo jedes Schuljahreine Klasse bildet. In der Regel wurden deshalb für gemischteKlassen, besonders aber für einklassige Schulen, Lehrpläne mitbeschränkten Lehrzielen aufgestellt.