§ 20. 2. Verteilung und Anordnung des Lehrstoffes.
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Lehrgegenstandes, der, wie z. B. der Religionsunterricht, ver-schiedene Unterabteilungen in sich fafst, oder 2. auf einzelneleitende (associierende) Fächer.
Auf die letztere Weise erhält man verschiedeneGruppen von Lehrfächern, in welchen diejenigen einzelnenLehrgegenstände gleichsam als Konzentrationspunkte (Mittel-punkte) erscheinen, welche die vielseitigste Anknüpfung mitden andern zulassen. So denken wir uns z. B. die Sitten-lehre als den Mittelpunkt für alle religiösen Lehrfächer, dasLesen und im Zusammenhang damit das Lesebuch als denKonzentrationspunkt für die Sprachfächer, die Geographieals den für die Realien. Auch die einzelnen Gruppen gestattenBeziehungen zu einander. — (Übrigens ist hier noch zu be-merken, dafs da, wo die sämtlichen Unterrichtsfächer in derHand eines Lehrers hegen, die Konzentration am ersten mitErfolg für den Unterricht durchzuführen ist.)
Man hat nicht selten den Gedanken der Konzentration falschaufgefafst und einen einzigen Gegenstand als das Zentrum desUnterrichts betrachtet, dem sich sämtliche Gegenstände als unter-geordnete Glieder anzuschliefsen hätten, so z. B. den Religions- oderden Sprachunterricht. Die strenge Konzentration, welche nachHerbarts Grundsätzen von Ziller versucht wurde und die Prof.Dr. Rein in den »acht Schuljahren« in die Schulpraxis einzuführenstrebt, stellt den historischen »Gesinnungsunterrieht« alskonzentrierenden Mittelpunkt auf. Die für die acht Schuljahreausgewählten Gesinnungsstoffe sollen dem Entwicklungsgangder Menschheit entsprechen, den jeder Einzelne zu durchlaufenhabe. Daher acht kulturhistorische Stufen für die acht Schul-jahre, nämlich: 1. Zwölf Märchen, 2. die Geschichte Robinsons,3 die Patriarchengeschichte, 4. die Zeit der Richter, 5. die KönigeIsraels, 6. das Leben Jesu, 7. die Apostelgeschichte, 8. die Geschichteder Reformation. Diesen Stoffen schliefsen sich mit dem drittenSchuljahr weltgeschichtliche Abschnitte an: Die heimatlichen Sagendie Nibelungen, die deutsche Geschichte.
Es ist mit Recht behauptet worden, »dafs die Konsequenzdieser Forderung zu einer künstlichen Zusammentragung der ver-schiedenen Unterrichtsstoffe und dadurch zur Zersplitterungdes Gedankenkreises führt. Die Konzentrationsidee mufsvielmehr pädagogisch, d. h. so verstanden werden, dafs der Lehrerlr * der unterrichtlichen Behandlung der verschiedenen Disziplinen,