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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 20. 2. Verteilung und Anordnung des Lehrstoffes.

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b) Der gewählte Lehrstoff mu[s dem Lehrziel entsprechen,wertvoll und geeignet sein, den Geist vielseitig zu bilden.

c) Auch der für jede Bildungsstufe bestimmte Lehr-stoff soll als ein abgerundetes Ganzes erscheinen und demStandpunkt des Schülers angepafst sein.

d) Jedem Lehrgegenstande ist die für seine gründliche Be-wältigung nötige Zeit zuzumessen.

e) Die Lehrstoffe jeder Bildungsstufe müssen im Geiste zueiner Einheit verbunden oder konzentriert werden. (Hievonunten mehr.)

2. Die Verteilung des Lehrstoffes auf die einzelnenBildungsstufen kann auf zweierlei Art geschehen, nämlich imSinne des Nacheinander und des Nebeneinander. Manunterscheidet in dieser Beziehung fortschreitende und kon-zentrische Lehrpläne.

a) Der fortschreitende (progressive) Lehrplan will die ein-zelnen Lehrgegenstände nacheinander behandelt wissen, denzweiten also erst, wenn der erste absolviert ist.

Da die Einheit des Lehrplans durch dieses konsequente Nach-einander leiden, der dauernde Erfolg des Unterrichts in Frage ge-stellt würde, so sieht man in der Volksschule davon ab. Einefrühere Zeit dagegen hing mit Vorliebe an diesem System. Manlehrte im Mittelalter zuerst das Trivium, dann das Quadrivium, jaauch die einzelnen Gegenstände derselben nacheinander. So läfstman Walafried Strabo in dem nach ihm benannten Tagebuch er-zählen, dafs er im Jahre 815 Lesen und Schreiben (deutsch),816 die lateinische Grammatik, 817 die Orthographie, 818 die Metrik(819 Wiederholung), 820 die Rhetorik, 821 die Dialektik erlernte.Nun folgte das Quadrivium: 822 Arithmetik, 823 Geometrie, 824Musik und 825 Astronomie. In den Mittelschulen ist der fort-schreitende Lehrplan heute noch nicht ganz aufgegeben.

b) Der konzentrische (cyklische) Lehrplan führt alleLehrgegenstände, in welchen auf jeder Bildungsstufe unter-richtet werden soll, nebeneinander auf, so dafs alle Unter-richtsfächer in jedem Schuljahre wiederkehren, wenn auch instets sich erweiternder Form. Wissen und Können erweiternsich nach Art der konzentrischen Kreise.

Obwohl konzentrische Lehrpläne für die Volksschulegrundsätzlich aufgestellt werden und ein thunlichstes In-