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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 19. 1. Auswahl des Stoffes.

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Deshalb müssen alle Stoffe, welche der Zweck erfordert,in den Unterricht aufgenommen werden (auch wenn sie nicht inbesonderen Stunden, sondern gelegentlich gelehrt werden), sofernsie der Passungskraft der Schüler (nach der Durchschnitts-befähigung) entsprechen.

So lassen sich in der Naturgeschichte Belehrungen über dieGesundheit, in der Geographie oder auch im Rechnen solche überden Kalender, in Geographie und Geschichte über die Staatsgesetzeeinflechten. Logik, Psychologie, Theologie etc. bleiben vom Volks-schulunterricht ausgeschlossen.

Nach Grasers Forderung mufs der Unterricht »Lebens-unterricht« sein, entsprechend dem altrömischen Sprichwort:»Non scholae, sed vitae discimus«. (Nicht für die Schule,sondern für das Leben lernen wir.) Soll aber der Unterrichtden Schüler dazu befähigen, dafs er die Ziele und Zweckeseines zeitlichen Lebens und seine ewige Bestimmung späterselbständig verfolgen kann, so mufs er den Urquell allesLebens, Gott, ferner die Natur, in der er, und die Menschen,mit denen er in der Welt lebt, kennen lernen. »Gott, Mensch,Natur: das sind die drei realen Lebenssphären, in welcheder Mensch mit seiner gesamten Existenz hineingepflanzt ist,und worin alle Bedingungen seines Wohles und Wehs ent-halten sind.«

Gotteskunde, Menschenkunde, Naturkunde sind daherdie drei grofsen Lehrobjekte, aus denen der Unter-richtsstoff für die Volksschule auszuwählen ist.

Die öotteskunde soll wahre Erkenntnis Gottes und seinerOffenbarungen vermitteln und damit Sittlichkeit und Gottes-furcht begründen. Es ist dies, wenn auch nicht allein,so doch zu allermeist die Aufgabe des Religionsunter-richts, weicherden Unterricht in der biblischen Geschichte(mit Kirchengeschichte) und im Katechismus, sowie denreligiösen Memorierstoff mit einschliefst. (Auch das Bibellesen,der kirchliche Gesang und die Liturgik sind hieher zurechnen.)

Die Menschenkunde nimmt den Menschen geistig, da erDach der natürlichen Seite in die Naturkunde einschlägt.Darum gehört hierher das Band der Geister, das Wort, dieSprache. Aber das Sprechen allein würde für den geistigen