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Die logischen Grundlagen.
IL Vom Urteil.
§9.
Entstehung der Urteile.
Das Pferd ist ein Einhufer. Der Hase ist kein Raubtier. DerSpecht ist ein Vogel. Der Vogel singt. Der Mensch spricht. DerPfau ist schön.
In jedem der vorstehenden Beispiele sind zwei Begriffe ent-halten. Beziehen wir die beiden Begriffe aussagend aufeinander,so dafs wir den einen derselben dem andern als Merkmal zu- oderabsprechen, so urteilen wir. Das Urteil ist sonach die-jenige Gedankenform, durch welche ein Begriff demandern zu- oder abgesprochen wird. Die Begriffe selbstbilden wir mittels Urteilens. Der sprachliche Ausdruck desUrteils ist der Satz. In den obigen Urteilen sind die BegriffePferd, Hase, Specht, Vogel, Mensch, Pfau die Subjekte, denenje ein anderer Begriff als Merkmal zu- oder abgesprochen wird.Diese anderen, den Subjekten beigelegten Merkmale: ein Ein-hufer, kein Raubtier, ein Vogel, singt, spricht, schön — sindderen Prädikate. Die Verbindung von Subjekt und Prädikaterfolgt durch die Kopula, die durch ein Zeitwort (Hilfszeit-wort) oder durch Flexion zum Ausdruck kommt. In dem Satze:Dieses Pferd ist lahm — ist das Subjekt eine Einzelvor-stellung. Sie tritt des öfteren an die Stelle des Begriffes. —Das Urteil erschliefst das Wesen des Subjekts.
§ 10.Einteilung der Urteile.
1. Die Einteilung' der Urteile erfolgt (nach Kant) hin-sichtlich der Form nach ihrer Qualität, Quantität, Re-lation und Modalität.
a) Nach der Qualität.
Pestalozzi dachte nur an das Wohl der Mitmenschen. — Pesta-lozzi dachte nicht an sich selbst.
Im ersten Falle ist dem Subjekte das Prädikat zugesprochen,das Urteil ein bejahendes oder affirmatives. Im anderenFalle ist der Prädikatsbegriff dem Subjekte abgesprochen, dasUrteil also ein verneinendos oder negatives.