,Wenn sie glücklos sind, wo ist dann Glück auf Erden —'ließ er das Buch sinken, und die beiden Freunde weinten,denn beide waren leidenschaftlich verhebt. Wie von denFingern einer Fee waren die Weinranken erglüht, die alten,rissigen, zerbeulten, kreuz und quer von häßlichen Sprüngendurchzogenen Mauern des Hauses waren wie mit Säulen,Gewölbbogen, Basreliefs und unzähligen Meisterwerkeneiner unbekannten Architektur geziert. Die Phantasie hatteihre Blumen und ihre Rubine auf den kleinen dunklenHof geschüttet, Die Kamilla Andres de Chenier war fürDavid seine angebetete Eva geworden und für Lucien einegroße Dame, der er den Hof machte. Die Poesie war mitdem majestätischen Wallen ihres Sternengewandes durchdie Werkstatt geschritten, wo die Affen und die Bären inder Buchdruckerei tätig waren. Es schlug fünf Uhr, aberdie beiden Freunde hatten weder Hunger noch Durst; dasLeben war ihnen ein goldener Traum, alle Schätze der Erdelagen zulhren Füßen. Sie gewahrten ein blaues StückchenHimmel, wie es die Hoffnung denen zeigt, deren Lebenschwer und stürmisch ist, und denen ihre Sirenenstimmesagt: .Eilet, flieget, durch dieses Stückchen Silber oderAzur sollt ihr dem Elend entgehen.' In diesem Augenblicköffnete ein Lehrling namens Cerizet, ein Pariser Junge,den David hatte nach Angouleme kommen lassen, die kleineGlastür, die von der Werkstatt in den Hof ging, und zeigtedie beiden Freunde einem Unbekannten, der grüßend nähertrat.
„Hier habe ich", sagte er zu David und zog ein umfang-reiches Heft aus der Tasche, „eine Denkschrift, die ichdrucken lassen möchte. Möchten Sie kalkulieren, was siekosten wird." „Ich bedaure," antwortete David, ohnedas Heft anzusehen, „wir drucken keine so umfangreichenManuskripte; Sie müssen sich an die Herren Cointet wen-den." „Wir haben aber doch eine sehr hübsche Schrift,
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