Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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Mörtels zusammenhielt. Man stelle sich die Werkstatt vor,die vorn und hinten erhellt, in der Mitte dunkel war, dieMauern mit Plakaten bedeckt und unten von dem Vorbei-streifen der Arbeiter, die sich dort seit dreißig Jahrenbewegt hatten, schwarz geworden; ihre Leinen und Strickean der Decke, ihre Papierstöße, die alten Pressen, dieHaufen Steine zum Beschweren des nassen Papiers, dieReihen Setzkästen und am Ende die beiden Käfige, wosich der Meister und der Faktor, jeder auf seiner Seite,aufhielten: dann hat man ein Bild von der Existenz derbeiden Freunde.

Im Jahre 1821 in den ersten Maitagen waren Davidund Lucien in dem Augenblick, wo gegen zwei Uhr ihrevier oder fünf Arbeiter die Werkstatt verließen, um essenzu gehen, in der Nähe des Hoffensters. Als der Meistersah, wie sein Lehrling die Ladentür, die zur Straße ging,hinter sich geschlossen hatte, führte er Lucien in den Hof,wie wenn der Geruch der Papiere, der Farbenbehälter, derPressen und des alten Holzes ihm unerträglich gewordenwäre. Die beiden setzten sich unter eine Laube, von woihre Augen jeden sehen konnten, der in die Werkstatt kam.Die Sonnenstrahlen, die auf dem Weinlaub des Spaliersspielten, umschmeichelten die beiden Dichter und hülltensie m ihr Lieht wie in einen Glorienschein. Der Gegensatzder beiden jungen Leute, die einander gegenübersaßen,nach Charakter und Aussehen trat so kräftig hervor, daßein Maler, der sie so gesehen, gleich nach seinem Pinselgegriffen hätte. David hatte Formen, wie sie die Naturden Menschen mit auf den Weg gibt, die zu großen offenenoder geheimen Kämpfen bestimmt sind. Über seiner breitenBrust saßen starke Schultern, die ebenmäßig zu der Fülleseines ganzen Körpers paßten. Sein Gesicht, gebräunt,gesund, voll, über einem starken Hals, umgeben von einerFlut schwarzer Haare, glich zuerst dem der Mönche, die32