ihn unter Wutkrämpfen sterben. Die Quelle dieses Ehr-geizes war die leidenschaftliche Liebe, die der alte Wund-arzt zu seiner Frau hegte, die das letzte Glied der Familievon Rubempre war und die er im Jahr 1793 wie durchein Wunder vom Schafott gerettet hatte. Ohne daß dasjunge Mädchen dieser Lüge hatte zustimmen wollen, hatteer einen Aufschub erreicht, indem er sagte, sie sei schwanger.Nachdem er sich so das Recht verschafft hatte, sie zu seinerFrau zu machen, heiratete er sie trotz ihrer beider Armut.Die Kinder hatten, wie alle Kinder der Liebe, als Erbeweiter nichts als die wunderbare Schönheit der Mutter,ein oft verhängnisvolles Geschenk, wenn es mit Not undElend verknüpft ist. Dieses Hoffen, dieses Arbeiten,dieses Verzweifeln hatten der Schönheit Frau Chardonsgroße Zerstörungen zugefügt, ebenso wie die stufenweissteigende Not ihre Lebensart verändert hatte; aber ihrund ihrer Kinder Mut war ebensogroß wie ihr Unglück.Die arme Witwe verkaufte die Apotheke, die in der Haupt-straße von Houmeau, der bedeutendsten Vorstadt vonAngouleme, gelegen war. Der Preis der Apotheke erlaubteihr, sich dreihundert Franken Leibrente festzulegen, eineSumme also, die für ihre eigene Existenz nicht ausreichenkonnte, aber sie und ihre Tochter fügten sich in ihre Lageohne falsche Scham und übernahmen Lohnarbeit. DieMixtter widmete sich der Wochenpflege, und sie wurdeinfolge ihrer guten Manieren in den reichen Häusern jederandern vorgezogen; sie konnte sich dort verpflegen, ohneihren Kindern etwas zu kosten, wobei sie noch zwanzig Sousim Tag verdiente. Um ihrem Sohn die Beschämung zu er-sparen, seine Mutter in einer so erniedrigten Lage zu sehen,hatte sie den Namen Madame Charlotte angenommen.Die Frauen, die ihrer Pflege bedurften, hatten sich anHerrn Postel zu wenden, den Nachfolger Herrn Chardons.Die Schwester Luciens arbeitete bei einer sehr ehrenwerten
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