Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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und in Houmeau geachteten Frau namens Prieur, einerWeißwäscherin, die ihre Nachbarin war, und verdiente un-gefähr fünfzehn Sous im Tag. Sie führte die Aufsicht überdie Arbeiterinnen und erfreute sich in der Wäscherei einerArt Vorzugsstellung, die sie ein wenig über die Klasse derWäscherinnen erhob. Die geringen Erträgnisse ihrer Arbeitzusammen mit den dreihundert Franken Rente von FrauChardou beliefen sich ungefähr auf achthundert Frankenim Jahr, mit denen diese drei Personen sich nähren, kleidenund wohnen mußten. Trotz der strengen Sparsamkeitder Haushaltung wollte diese Summe kaum ausreichen,die fast völlig von Lucien verbraucht wurde. Frau Char-don und ihre Tochter Eva glaubten an Lucien, wie dieFrau Mahomets an ihren Gatten glaubte; sie waren bereit,seiner Zukunft fast ohne Schranken alles zu opfern. Diesearme Familie wohnte in Houmeau in einer Wohnung, diesie für einen sehr niedrigen Preis bei dem NachfolgerHerrn Chardons gemietet hatte und die hinten in einemHofe über dem Laboratorium gelegen war. Lucien hatteeine elende Mansardenstube. Angeregt von seinem Vater,der für die Naturwissenschaften begeistert war, hatteLucien sich in dieses Studium geworfen und war einerder hervorragendsten Schüler des College von Angouleme,wo er in der dritten Klasse war, als Sechard seine Studieneben beendet hatte.

Als der Zufall die beiden Studiengefährten wieder zu-sammenführte, stand Lucien, der es müde war, aus demschweren Kelch des Elends zu trinken, im Begriff, einender verzweifelten Schritte zu tun, zu denen man sich mitzwanzig Jahren entschließt. Vierzig Franken monatlich,die David Lucien großmütig gab, indem er sich erbot, ihnzum Fakten: auszubilden, obgleich er durchaus leeinenbrauchte, retteten Lucien aus seiner Verzweiflung. DieBande dieser so erneuerten Studienfreundschaft wurden

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