David stand die schrecklichste aller Demütigungen aus,er mußte die Erniedrigung seines Vaters mit ansehen. Ermußte die Flut gemeiner, weinerlicher, listiger Gründe übersich ergehen lassen, mit denen der alte Geizhals seine Wei-gerung motivierte. Er drängte seinen Schmerz in seineSeele zurück, er sah sich allein, ohne Hilfe, denn er fandin seinem Vater einen Spekulanten, den er aus philo-sophischer Neugier bis zum Grunde kennen lernen wollte.Er ließ die Bemerkung fallen, er habe niemals Rechnungs-legung über das Vermögen seiner Mutter verlangt. Wenndieses Vermögen nicht ausreichte, um den Preis derDruckerei zu erlegen, müßte es doch mindestens als Be-triebskapital dienen können.
„Das Vermögen deiner Mutter?" sagte der alte Sechard,„aber das war weiter nichts als ihre Klugheit und ihreSchönheit."
Bei dieser Antwort durchschaute David seinen Vatervöllig und sah ein, daß er, wenn er eine Rechnungslegungerhalten wollte, gegen ihn einen unendlichen, kostspieligenund entehrenden Prozeß würde anstrengen müssen. Dervornehme Jüngling nahm die Last auf sich, obwohl erwußte, wie sie ihn drücken mußte und wie schwer es seinwürde, den Verpflichtungen gegen seinen Vater nach-zukommen.
,Ich werde arbeiten,' sagte er sich. .Schließlich wennich zu schuften habe, dem Alten ist es nicht besser ge-gangen, und überdies werde ich für mich arbeiten.'
„Ich hinterlasse dir einen Schatz," sagte der Vater, derüber das Schweigen seines Sohnes unruhig wurde.
David fragte, was das für ein Schatz sei.
„Marion," sagte der Vater.
Marion war ein plumpes Bauernmädchen, das in derDruckerei unentbehrlich war; sie netzte und beschnitt dasPapier, besorgte Bestellungen und die Küche, sorgte für20