Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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jetzt wieder weinen, als sie ihren Mann wie einen Ver-brecher behandelt sah.

„Dahin also kann der Drang nach dem Ruhme führen!"rief sie aus. „0 Geliebter, verlaß diesen Weg ... Wirwollen zusammen auf der breiten Landstraße gehen, wirwollen nicht plötzlich zu großem Vermögen zu kommensuchen ... Ich brauche wenig, um glücklich zu sein, be-sonders nachdem ich so viel gelitten habe! ... Und wenndu wüßtest! Diese schimpfliche Verhaftung ist nicht unsergrößtes Unglück! Lies!"

Sie übergab ihm Luciens Brief, den David bald gelesenhatte; und um ihn zu trösten, berichtete sie ihm das häß-liche Wort des Advokaten über Lucien.

„Wenn Lucien sich getötet hat, ist es jetzt geschehen,"sagte David; „und wenn es jetzt nicht geschehen ist, wirder sich nicht töten: er kann, wie er selbst sagte, nicht längerals einen Morgen lang Mut haben." „Aber kann man dennin dieser Angst bleiben?" rief die Schwester, die bei demGedanken an den Tod schon fast alles verziehen hatte.

Sie berichtete ihrem Manne die Anträge, die Petit-Claudangeblich von den Cointet erhalten hatte, und David nahmsie sofort mit sichtlicher Freude auf.

„Wir werden in einem Dorf in der Nähe von Houmeau.wo die Fabrik der Cointet gelegen ist, unser Auskommenfinden, und ich will nichts mehr als Ruhe," rief der Er-finder. „Wenn Lucien sich den Tod gegeben hat, habenwir genug Vermögen, um die Erbschaft meines Vaters ab-zuwarten; und wenn er lebt, wird der arme Junge lernenmüssen, sich unserem bescheidenen Leben anzubequemen.Die Cointet werden sicher an meiner Entdeckung Geldverdienen; aber was bin ich schließlich im Vergleich zumeinem Vaterlande? Ein einzelner Mensch. Wenn meineErfindung allen nützt, so will ich zufrieden sein. Siehstdu, liebe Eva, wir sind alle beide nicht zum Kaufmann

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