Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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Geld verdient, bis er in Muße seiner Entdeckung nach-gehen konnte?

,Wie', fragte er sich, ,können wir nach einem solchenSkandal in Angouleme bleiben? Was soll aus uns werden,wenn ich aus dem Gefängnis komme? Wohin sollen wirgehen?'

Selbst über das Verfahren, das er entdeckt hatte, kamenihm einige Zweifel. Das war eine Angst, die nur Erfinderverstehen können! Von Zweifel zu Zweifel sah Davidimmer klarer in seine Lage, und er sagte sich selbst, wasdie Cointet dem alten Sechard gesagt hatten, was Petit-Claud eben Eva gegenüber geäußert hatte: ,Vorausgesetzt,daß alles gut geht; wie wird es in der Anwendung sein? Ichbrauche ein Erfinderpatent, dazu ist Geld nötig! ... Ichbrauche eine Fabrik, in der ich meine Versuche im großenmachen kann, das heißt mein Geheimnis preisgeben! .. .Oh, wie recht Petit-Claud hatte!'

Die dunkelsten Gefängnisse spenden sehr lebhaftesLicht.

,Ach was!' sagte David, als er im Begriff war, auf demprimitiven Feldbett, das eine schreckliche Matratze aussehr grobem braunen Stoff hatte, einzuschlafen, ,ohneZweifel besucht mich Petit-Claud morgen früh.'

David hatte sich also selbst darauf vorbereitet, die Vor-schläge anzuhören, die seine Frau ihm von seiten seinerFeinde überbrachte. Nachdem sie ihren Mann umarmtund sich auf das Bett gesetzt hatte, denn es stand nurein einziger, sehr gewöhnlicher Holzstuhl da, fiel der Blickder armen Frau auf den gräßlichen Kübel, der in einerEcke stand, und auf die Wände, auf die Davids Vor-gänger in großer Zahl ihre Namen und allerlei Sprüchegeschrieben hatten. Jetzt fingen aus ihren gerötetenAugen die Tränen von neuem an zu fließen. Nach all denTränen, die sie schon vergossen hatte, mußte sie auch

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