hatten, ergriffen sie den Augenblick, wo die Ermattungden Wunsch nach Ruhe schafft. Nicht alle Erforschervon Geheimnissen sind wie die Bulldogge, die mit derBeute zwischen den Zähnen stirbt, und die Cointet hattenden Charakter ihrer Opfer klug studiert. Für den großenCointet war die Verhaftung Davids die letzte Szene imersten Akt dieses Dramas. Der zweite Akt begann mitdem Vorschlag, den Petit-Claud eben gemacht hatte. Alsgroßer Meister betrachtete der Advokat den tollen StreichLuciens als eine der unerhofften Chancen, die in einemSpiel die Entscheidung herbeiführen. Er sah, daß Evavon diesem Ereignis so niedergeschlagen war, daß er be-schloß, es sich zunutze zu machen, um ihr Vertrauen zugewinnen, denn er hatte sich gemerkt, welchen Einflußdie Frau auf den Mann hatte. Anstatt also Frau Sechardnoch tiefer in die Verzweiflung zu tauchen, versuchte er,sie zu beruhigen, und er brachte sie sehr geschickt dazu, inder Geistesverfassung, in der sie war, ins Gefängnis zugehen. Er dachte, jetzt würde sie David dazu bestimmen,den Gesellschaftsvertrag mit den Cointet zu machen.
„Frau Sechard, David hat mir gesagt, er wünschte nurfür Sie und für Ihren Bruder zu Vermögen zu kommen.Es muß Ihnen doch jetzt klar sein, daß es eine Torheitwäre, Lucien reich machen zu wollen. Der Junge könntedrei Vermögen durchbringen."
Evas Haltung sagte zur Genüge, daß die letzte Illusionüber ihren Bruder verflogen war; und so machte der An-walt eine Pause, um das Schweigen seiner Klientin in eineArt Zustimmung zu verwandeln.
„In dieser Sache also", fuhr er dann fort, „handelt essich nur noch um Sie und Ihr Kind. Sie müssen wissen,ob zweitausend Franken Einkommen, ohne die Erbschaftdes alten Sechard zu rechnen, Ihnen zu Ihrem Glück ge-nügen. Ihr Schwiegervater hat seit langem ein Einkommen
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