Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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sie bestellen Bilder, sie errichten Paläste, sie schreibendie , Reisebilder' und wundervolle Gedichte, sie sind mäch-tiger als je, ihre Religion ist anerkannt, und sie geben demPapst Kredit! In Deutschland fragt man wegen der ge-ringsten Kleinigkeiten einen Fremden: ,Haben Sie einenvertrag geschlossen?' so vielen Schikanen ist man dortausgesetzt. In Frankreich klatscht man seit fünfzigJahren der Aufführung der nationalen Dummheiten Bei-fall, man fährt fort, unerklärliche Hüte zu tragen, und dieRegierung wechselt nur unter der Bedingung, daß sie stetsdieselbe bleibt! England entfaltet angesichts der ganzenWelt Perfidien, deren Greuel nur mit seiner Habgier ver-glichen werden können. Der Spanier, der einmal das Goldbeider Indien gehabt hat, hat nichts mehr. Es gibt keinLand der Erde, in dem weniger Giftmorde vorkommenals in Italien, und in dem gefälligere und freundlichereSitten wären. Die Spanier haben vielfach vom Ruhmeder Mauren gelebt.

Als der Spanier wieder in die Kalesche stieg, sagte erdem Postillon ins Ohr: „Es muß schnell gehen, es gibtdrei Franken Trinkgeld." Lucien zögerte, einzusteigen,der Priester sagte zu ihm: „Nur zu, kommen Sie!"

Und Lucien stieg ein, indem er sich einredete, er wolltegegen ihn ein argumentum ad hominem loslassen.

„Ehrwürdiger Vater," sagte er zu ihm, „ein Mann, derQiit so kaltem Blute Lehren entwickelt hat, die viele guteBürger für äußerst unmoralisch halten würden ..." „Unddie es sind," fiel der Priester ein; „darum wollte JesusChristus, daß das Ärgernis sei, mein Sohn; und darum zeigtdie Welt einen so großen Abscheu vor demÄrgernis." „EinMann Ihres Charakters wird sich nicht über die FrageWundern, die ich ihm stellen will?" „Aber, mein Sohn!"Versetzte Carlos Herrera, „Sie kennen mich nicht. GlaubenSie, ich würde einen Sekretär nehmen, ehe ich wüßte, ob

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