er Prinzipien hat, die zuverlässig genug sind, daß ichkeinen Schaden erleide? Ich bin mit Ihnen zufrieden. Siehaben noch die ganze Unschuld des Jünglings, der sichmit zwanzig Jahren tötet. Ihre Frage?..." „Waruminteressieren Sie sich für mich? Welchen Preis wollen Siefür meinen Gehorsam? Warum geben Sie mir alles? Wasist Ihr Anteil?"
Der Spanier sah Lucien an und lächelte.
„Warten wir ab, bis es bergauf geht, wir können dannaussteigen und zu Fuß gehen und im Freien sprechen.Das Innere eines Wagens ist nicht der Ort für solche Ent-hüllung."
Es trat einige Zeit Schweigen zwischen die beiden Reise-gefährten, und die Schnelligkeit der Fahrt trug noch zudem moralischen Rausch Luciens bei.
„Hier ist die Steigung," sagte Lucien, der wie auseinem Traum erwachte. „Schön, gehen wir," sagte derPriester und rief mit lauter Stimme dem Postillon zu,er sollte halten. Sie stiegen beide aus und gingen zuFuß auf der Straße weiter. „Kind," sagte der Spanierund legte seinen Arm auf den Luciens, „hast du überdas ,Gerettete Venedig' von Otway nachgedacht? Hastdu die tiefe Freundschaft zwischen Mann und Mann ver-standen, die Pierre und Jaffier verbindet, die für sie eineFrau zu einer unbedeutenden Kleinigkeit macht, und diealle sozialen Unterschiede zwischen ihnen aufhebt?... So-viel für den Dichter." ,Der Domherr kennt auch dasTheater,' sagte Lucien für sich selbst. „Haben Sie Vol-taire gelesen?" fragte er ihn. „Ich habe Besseres getan,"erwiderte der Domherr, „ich setze ihn in Wirklichkeit um."„Sie glauben nicht an Gott?" „Sieh da, jetzt bin ich derAtheist!" sagte der Priester lächelnd. „Halten wir unsan das Positive, kleiner Freund," fuhr er fort und legteseinen Arm um ihn. „Ich bin sechsundvierzig Jahre alt,
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