Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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Trümpfe nicht ausnutzt: ,Lieber Herr, spielen Sie nieBouillotte.' Haben Sie die Spielregeln des Ehrgeizes ge-macht? Warum habe ich Ihnen gesagt, Sie müßten sichder Gesellschaft gleichsetzen? Weil heutzutage, jungerMann, die Gesellschaft sich unmerklich so viel Rechte überdie Individuen angemaßt hat, daß das Individuum sich ge-nötigt sieht, die Gesellschaft zu bekämpfen. Es gibt keineGesetze mehr, es gibt nur noch Sitten, das heißt: äußeresGetue, immer die Form."

Lucien gab Zeichen des Erstaunens von sich.

„Ah! mein Kind," sagte der Priester, der fürchtete, Lu-ciens Unschuld in Empörung gebracht zu haben, „erwar-teten Sie denn in einem Abbe, der alle schlimmen Streicheder Konterdiplomatie auszuführen hat — ich bin derVermittler zwischen Ferdinand VII. und Ludwig XVIII.,zwei großen ... Königen, die alle beide die Krone sehrstarken ... Kombinationen verdanken —, glaubten Sie inmir den Erzengel Gabriel zu finden? Ich glaube an Gott,aber ich glaube noch mehr an unsern Orden, und unserOrden glaubt nur an die weltliche Macht. Um die welt-liche Macht sehr stark zu machen, stützt unser Ordendie apostolische katholische und römische Kirche, dasheißt das Ganze der Gefühle, die das Volk im Gehorsamhalten. Wir sind die Tempelherren unserer Zeit: wir habeneine Lehre. Wie der Templerorden wurde unser Ordenzerstört und aus den nämlichen Gründen: er hatte seinenWert der Welt gleichgestellt. Wollen Sie Soldat sein,so will ich Ihr Hauptmann werden. Gehorchen Sie mir,wie eine Frau ihrem Manne, ein Kind seiner Muttergehorcht, und ich garantiere Ihnen, daß Sie in wenigerals drei Jahren Marquis von Rubempre sein werden. Sieheiraten eine der vornehmsten Töchter des FaubourgsSaint-Germain und sitzen eines Tages in der Pairskammer.Wenn ich Sie nicht in diesem Augenblick mit meiner

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