Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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Seien Sie ein Mann, seien Sie ein Jäger, stellen Sie sichauf den Anstand, wählen Sie sich in der Welt von Pariseinen Hinterhalt, warten Sie auf eine Beute und einenZufall, wahren Sie weder Ihre Person noch was man dieWürde nennt; denn wir gehorchen alle irgendeiner Sache,einem Laster, einer Notwendigkeit; aber wahren Sie dashöchste Gesetz: das Geheimnis." „Sie erschrecken mich!"rief Lucien. „Das klingt mir wie die Theorie des Straßen-raubes." „Sie haben recht," sagte der Domherr, „aber siestammt nicht von mir. Nach dieser Regel haben sich allegerichtet, die emporgekommen sind, das Haus Österreichund das Haus Frankreich. Sie haben nichts, Sie sind inder Lage der Medici, Richelieu, Napoleon, im Beginn derLaufbahn Ihres Ehrgeizes. Diese Leute, kleiner Freund,haben ihre Zukunft auf den Preis der Undankbarkeit,des Verrats und der heftigsten Widersprüche eingeschätzt.Man muß alles wagen, um alles zu bekommen. Überlegenwir: Wenn Sie Hasard spielen, wenn Sie sich an denBouillotte-Tisch setzen, diskutieren Sie über die Bedin-gungen? Die Regeln sind gegeben, Sie akzeptieren sie.",Sieh mal,' dachte Lucien, ,er kennt die Bouillotte.'„Wie benehmen Sie sich bei der Bouillotte?" fragteder Priester, „üben Sie da die schönste der Tugenden, dieAufrichtigkeit? Sie halten nicht nur Ihr Spiel verborgen,sondern Sie suchen auch, wenn Sie sicher sind, zu gewinnen,den Glauben zu erwecken, daß Sie alles verlieren werden.Kurz, Sie heucheln, nicht wahr? Sie lügen, um fünf Louis-dor zu gewinnen! Was würden Sie zu einem Spieler sagen,der so großmütig wäre, dem andern mitzuteilen, er hättedrei Karten, die mit dem Umschlag gleich sind? Der Ehr-geizige aber, der den Vorschriften der Tugend gemäß ineinem Wettkampf kämpfen will, während sich seine Gegnerihrer entschlagen, ist ein Kind, zu dem die alten Politikerdasselbe sagen, was die Spieler zu einem sagen, der seine

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