man einen Menschen, der durch betrügerischen Bankrottganze Familien zugrunde richtet, kaum für ein paarMonate ins Gefängnis steckt; aber diese Heuchler wissenganz gut, daß die Richter, wenn sie den Dieb verurteilen,die Schranke zwischen den Armen und den Reichenschützen, die nicht umgeworfen werden darf, weil sonstdas Ende der Gesellschaftsordnung gekommen wäre; wäh-rend der Bankrottierer, der geschickte Erbschleicher, derBankier, der ein Geschäft zu seinem Vorteil erledigt unddabei über Leichen geht, nur Verschiebungen der Ver-mögen hervorbringen. So, mein Sohn, ist die Gesell-schaft gezwungen, ihrerseits zu unterscheiden, was Sie fürsich ebenfalls auseinanderhalten sollen. Die große Haupt-sache ist, sich der ganzen Gesellschaft gleichzustellen.Napoleon, Richelieu, die Medici haben sich ebenso hoch wieihr Jahrhundert eingeschätzt. Sie schätzen sich auf zwölf-tausend Franken! ... Ihre Gesellschaft betet nicht mehrden wahrhaften Gott an, sondern das goldene Kalb. Soist die Religion Ihrer Charte geschaffen, die in der Politiknur noch das Eigentum berücksichtigt. Heißt das nicht,allen Untertanen sagen: ,Seht zu, daß ihr reich werdet'?Wenn Sie auf gesetzlichem Wege ein Vermögen erworbenhaben, ein reicher Mann und Marquis von Rubempre sind,dann können Sie sich den Luxus der Ehre erlauben. Siekönnen dann so viel Herzensgüte an den Tag legen, daßniemand wagen wird, Sie zu beschuldigen, es hätte Ihnenje daran gefehlt, — wenn es Ihnen auch daran fehlen sollte,während Sie noch auf dem Wege zu Ihrem Vermögen sind,was ich Ihnen aber nicht raten möchte." Dabei ergriffder Priester Luciens Hand und tätschelte sie. „Wasmüssen Sie sich also in Ihren schönen Kopf setzen? Ledig-lich den folgenden Vorsatz: man setze sich ein glänzendesZiel und verberge die Mittel, mit denen man es erreicht;verberge seinen Weg. Sie haben wie ein Kind gehandelt.
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