Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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für sie arbeite ich ..." „Schön also, unterzeichne dieseVollmacht und kümmere dich nur noch um deine Ent-deckung. Kommt es so weit, daß du dich wegen derSchuldhaft verborgen halten mußt, dann gebe ich dir amTage vorher Nachricht; man muß an alles denken. Undvergiß nicht: laß niemand zu dir, dessen du dir nicht sogewiß bist wie deiner selbst." „Cerizet hat den Pacht-vertrag zur Benutzung meiner Druckerei nicht erneuernwollen, und daher stammen unsere kleinen Geldsorgen.Ich habe also nur noch Marion bei mir und Kolb, einenElsässer, der treu wie ein Pudel ist, meine Frau und meineSchwiegermutter." „Höre," sagte Petit-Claud, „mißtrauedem Pudel..." „Du kennst ihn nicht!" rief David; „Kolbist mein zweites Ich." „Darf ich ihn auf die Probestellen?" „Ja," antwortete Sechard. „Dann leb wohl;aber schick mir die schöne Frau Sechard, wir brauchenauch eine Vollmacht deiner Frau. Und vergiß nicht, lieberFreund, daß du in gefährlicher Lage bist," sagte Petit-Claud zu seinem Kameraden und warnte ihn damit vorallen juridischen Schlägen, die ihn treffen sollten.

,Jetzt sitze ich also vorläufig zwischen zwei Stühlen,'sagte Petit-Claud zu sich selbst, nachdem er seinem FreundDavid Sechard bis zur Tür des Bureaus das Geleite ge-geben hatte.

David, dem die Geldsorgen keine Ruhe ließen, den derZustand seiner Frau, die wegen Luciens Ruchlosigkeitschwere Qualen ausstand, sehr bekümmerte, beschäftigtesich fortwährend mit seinem Problem; und so hatte er,während er von sich zu Hause zu Petit-Claud ging, in derZerstreuung an einem Brennesselstiel gekaut, den er mitandern Stielen ins Wasser gelegt hatte, um dadurch eineVerrottung der Pflanzenfasern zu erreichen, die den Grund-stoff seines Papierbreies bilden sollten. Er wollte diemannigfachen Zermürbungen wie das Entschlichten auf

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