als das Wort. Wenn er nur redet, glaubt jemand schließ-lich an das, was er sagt, während man gegen sein Denkenhandeln kann, ohne es zu verderben, und eine schlechteSache gewinnen kann, ohne zu behaupten, sie sei gut, wiees der plädierende Advokat tun muß. Daher kann der alteBureauadvokat von Paris viel eher als ein alter Gerichts-advokat einen guten Richter abgeben. Ein Provinzadvokathat also viele Gründe, warum er ein mittelmäßiger Menschwird: er muß in seinem Innern kleinlich sein, er führtkleine Sachen, er lebt von der Gebührenüberhebung, ermißbraucht die Strafprozeßordnung, und er plädiert! Miteinem Wort, er hat viele Gebrechen. Wenn sich daherunter diesen Provinzadvokaten ein bemerkenswerter Mannfindet, ist es gleich ein sehr überlegener.
„Ich glaubte, Herr Cointet, Sie hätten mich wegen IhrerGeschäfte bestellt," entgegnete Petit-Claud und machtedurch den Blick, den er auf die undurchdringlichen Brillen-gläser des großen Cointet warf, aus dieser Bemerkung einekleine Bosheit. „Keine Umschweife," gab Boniface Cointetzurück. „Hören Sie mich ..."
Nach diesem Wort, das vertrauliche Eröffnungen er-warten ließ, setzte sich Cointet auf eine Bank und fordertePetit-Claud auf, seinem Beispiel zu folgen.
„Als Herr du Hautoy im Jahre 1804 durch Angoulemekam, um als Konsul nach Valencia zu gehen, lernte er hierFrau von Senonches, die damals Fräulein Zephirine war,kennen, und sie bekam von ihm ein Mädchen," flüsterteCointet sehr leise seinem Partner ins Ohr. „Ja," wieder-holte er, als er sah, wie Petit-Claud eine erstaunte Be-wegung machte, „die Verheiratung Fräulein Zephirinensmit Herrn von Senonches ist dieser heimlichen Niederkunftschnell gefolgt. Dieses Mädchen, das auf dem Lande beimeiner Mutter aufgezogen wurde, ist Fräulein Francoise dela Haye und steht in der Obhut von Frau von Senonches,236