Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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achtet gewesen und schien einen ansehnlichen Teil über-getretener Galle in seinem Blut zu haben. Sein Gesichthatte eine schmutzige, schmierige Färbung und sah auswie die Gesichter, die frühere Krankheiten, die Nacht-wachen des Elends und fast immer bösartige Triebe ver-raten. Die gewöhnliche Umgangssprache hat einen Aus-druck, der diesen Menschen mit einem Wort bezeichnet:er war ein Giftnickel. Seine heisere Stimme paßte zu derSchärfe seiner Mienen, seinem bösen Ausdruck und zuder unbestimmten Farbe seines Elsternauges. Das Elstern-auge ist nach einer Bemerkung Napoleons ein Zeichen derUnredlichkeit. .Sehen Sie den an,' sagte er auf Sankt-Helena zu Las Cases über einen seiner Vertrauten, den erwegen Veruntreuungen entlassen mußte; ,ich weiß nicht,wie ich mich so lange in ihm täuschen konnte, er hat dasAuge einer Elster.' Als daher der große Cointet diesenmagern, kleinen Advokaten mit seinem Gesicht vollerBlatternarben, mit den spärlichen Haaren, dessen Stirnund Schädel schon ineinander übergingen, betrachtethatte, als er beobachtete, wie er schon dabei war, seinGewissen zur Buhe zu bringen, sagte er sich: ,Das istmein Mann.'

In der Tat hatte Petit-Claud, dem die Verachtung, derer überall begegnete, das Leben verbitterte, an dem diebrennende Gier zehrte, in die Höhe zu kommen, die Kühn-heit gehabt, obwohl er kein Vermögen besaß, die Praxisseines Chefs für dreißigtausend Franken zu kaufen, wobeie r auf eine Heirat rechnete, um die Schuld zahlen zukönnen; und, wie es üblich ist, rechnete er auf seinen Chef,daß der eine Frau für ihn fand, denn der Vorgänger hatimmer ein Interesse daran, seinen Nachfolger zu ver-heiraten, um zu seinem Gelde zu kommen. Petit-Claudrechnete noch mehr auf sich selbst, denn es fehlte ihmnicht an einer gewissen geistigen Überlegenheit, die in

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