der wie ein gutmütiger, dicker Bursche aussah, machte,auffallend von dem seines älteren Bruders ab. Er hatteein flämisches, von der Sonne des Angoumois gebräuntesGesicht, war kurz und stämmig, dickwanstig wie Sanchound lächelte unaufhörlich. Er war nicht nur in Physio-gnomie und Verstandesanlagen seinem Bruder unähnlich,sondern auch in den Anschauungen, die nahezu liberalwaren. Er war linkes Zentrum, ging nur des Sonntagszur Messe und stand auf bestem Fuße mit den liberalenKaufleuten. Einige Kaufleute in Houmeau behaupteten,daß diese Verschiedenheit der Ansichten zwischen denbeiden Brüdern ein abgekartetes Spiel sei. Der großeCointet bediente sich geschickt der anscheinenden Derb-heit seines Bruders, er gebrauchte ihn wie eine Keule.Jean hatte das Amt der harten Worte und aller der Be-tätigungen, die der Sanftmut seines Bruders widerstrebten.Er übernahm die Zornausbrüche, machte unannehm-bare Vorschläge, die die seines Bruders noch milder er-scheinen ließen, und so gelangten sie, früher oder später,zu ihrem Ziel.
Mit dem Takt, der den Frauen eigentümlich ist, hatteEva bald den Charakter der beiden Brüder erraten. Siewar demgemäß in Gegenwart so gefährlicher Gegner aufihrer Hut. David, der von seiner Frau schon eingeweihtworden war, hörte die Vorschläge seiner Feinde mit tieferZerstreutheit an: „Verständigen Sie sich mit meinerFrau," sagte er zu den Cointet und öffnete die Glastürdes kleinen Nebenzimmers, um in sein Laboratorium zu-rückzukehren, „sie weiß mit meiner Druckerei besserBescheid als ich. Ich bin mit einem Unternehmen be-schäftigt, das einträglicher sein wird als dieses armseligeGeschäft, und das mir die Summen wieder einbringenwird, die ich mit Ihrer Hilfe verloren habe ..." „Undauf welche Art?" sagte der dicke Cointet lachend.
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