Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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einer zu lebhaften Neugier, die sie seiner Jugend zuschrei-ben wollte.

Cerizet," sagte sie eines Morgens zu ihm,Sie stellensich in die Tür und warten, bis Herr Sechard durchkommt,um zu sehen, was er verbirgt; Sie sehen in den Hof, wenner aus der Werkstatt geht, um die Walzen zu gießen, an-statt den Satz unseres Almanachs fertigzumachen. Alldas ist nicht gut, besonders wo Sie sehen, daß ich, seineFrau, sein Geheimnis respektiere und mich so abmühe, umihm die Zeit zu lassen, sich seinen Arbeiten zu widmen.Wenn Sie nicht die Zeit vertrödelt hätten, wäre der Alma-nach fertig, Kolb würde ihn schon verkaufen, und dieCointet könnten uns keinen Schaden tun."

Ja, glauben Sie, Meisterin," antwortete Cerizet,es seinicht genug für die vierzig Sous, die ich hier im Tag ver-diene, daß ich Ihnen für hundert Sous Satz mache? Wennich nicht abends für die Brüder Cointet Korrekturen läse,könnte ich wahrhaftig Kleie essen."

Sie sind schon früh undankbar, Sie werden Ihren Wegmachen," erwiderte Eva, die im Herzen getroffen war,weniger durch die Vorwürfe Cerizets, als durch seinengroben Ton, seine drohende Haltung und durch seinefrechen Blicke.

Aber nicht, wenn ich eine Frau zum Meister habe, dennbei der hat der Monat nicht oft dreißig Tage."

Eva fühlte sich in ihrer Frauenwürde gekränkt, warfCerizet einen verächtlichen Blick zu und stieg in die Woh-nung hinauf. Als David zum Essen kam, sagte sie zu ihm:Mein Freund, traust du diesem Burschen, diesem Cerizet?"Cerizet!" sagte er.Aber das ist ja mein Page, ich habeihn ausgebildet, er hat das Manuskript vorgelesen, wennich Korrekturen las, ich habe ihn an den Setzkasten ge-stellt, er verdankt mir ja alles, was er ist! Man könnteebensogut einen Vater fragen, ob er seinem Kinde traut."

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