Im Beginn dieser eifrigen Tätigkeit kamen die trostlosenBriefe, in denen Lucien seiner Mutter, seiner Schwesterund seinem Schwager Mitteilung von seinem Mißerfolgund seiner elenden Lage in Paris machte. Man muß jetztverstehen, daß Eva, Frau Chardon und David, als siedem verwöhnten Knaben dreihundert Franken schickten,dem Dichter damit ein sehr großes Opfer brachten. Evawar von diesen Nachrichten niedergedrückt und verzwei-felt, daß sie durch so tapfere Arbeit so wenig verdiente,und so sah sie nicht ohne Angst dem Ereignis entgegen,das sonst ein junges Paar auf den Gipfel der Freudebringt. Als sie fühlte, daß sie Mutter werden sollte, sagtesie sich: ,Wenn mein lieber David zur Zeit meiner Nieder-kunft das Ziel seiner Forschungen nicht erreicht hat, wassoll aus uns werden? ... Und wer wird die jungen Ge-schäfte unserer armen Druckerei leiten?'
Der Schäferalmanach mußte lange vor dem erstenJanuar fertig werden; aber Cerizet, dem der ganze Satzüberlassen war, arbeitete mit einer Langsamkeit daran,die Frau Sechard insbesondere darum in Verzweiflungbringen mußte, weil sie nicht genug von der Druckereiverstand, um ihn zu tadeln, sich vielmehr damit be-gnügen mußte, den jungen Pariser im Auge zu be-halten. Cerizet war ein Findelkind, war im großenFindelhaus in Paris aufgezogen und dann zur FirmaDidot als Lehrling gebracht worden. Zwischen seinemvierzehnten und siebzehnten Lebensjahr war er der ge-treue Knappe Sechards, der ihn der Obhut eines seinergeschicktesten Arbeiter anvertraute; denn David inter-essierte sich natürlich für Cerizet, als er ihn intelligentfand, und er gewann seine Zuneigung, als er ihm einigeVergnügen verschaffte und Süßigkeiten zukommen ließ,die seine Armut ihm sonst versagt hätte. Cerizet, derein hübsches, schlaues Gesicht, rote Haare und etwas
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