Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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rief Postel.Armer Junge! Geist hatte er schon und warehrgeizig. Er hätte reich werden sollen, und nun kommter ohne Heller zurück. Aber was soll er hier? SeineSchwester ist im entsetzlichsten Elend, denn all dieseGenies, der David genau so wie Lucien, verstehen nichtsvom Geschäft. Wir haben mit ihm vor Gericht zu tungehabt, und als Richter habe ich seine Verurteilungunterzeichnen müssen. Das tut mir schrecklich leid! Ichweiß nicht, ob Lucien unter den jetzigen Umständen zuseiner Schwester gehen kann; aber in jedem Fall ist dasKämmerchen, das er hier bewohnt hat, frei, und ichräume es ihm gerne ein."Gut, Postel," sagte derPriester, setzte seinen Dreispitz auf, küßte das Kind,das auf Leonies Armen schlief, und schickte sich an, denLaden zu verlassen.

Sie essen jedenfalls mit uns, Onkel," sagte Frau Postel,denn Sie werden, wenn Sie die Sachen dieser Leute ent-wirren wollen, nicht so schnell fertig werden. Mein Mannfährt Sie dann mit seinem Wägelchen nach Hause."

Die beiden Gatten sahen ihrem kostbaren Großonkelnach, wie er nach Angouleme ging.

Er geht noch ganz gut für sein Alter," sagte der Apo-theker.

Während der würdige Geistliche die Stufen nach Angou-leme hinaufsteigt, wird es nützlich sein, die verworrenenAngelegenheiten, in die er nun hineinkam, auseinander-zusetzen.

Nach Luciens Abreise nach Paris wollte David Sechard,der wie ein tapferer und mit hoher Vernunft begabter Stierwar gleich dem, den die Maler dem Evangelisten zum Ge-fährten geben, schnell zu dem großen Vermögen kommen,das er sich an jenem Abend am Ufer der Charente, als er mitEva auf dem Damm saß und ihr Hand und Herz versprach,weniger für sich, als für Eva und Lucien gewünscht hatte.

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