Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
193
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nicht so recht Bescheid in seinen Geschäften," erwiderteHerr Marron.Ich bitte Sie, lassen Sie mich mit demGeistlichen allein," sagte der Dichter, dessen Gesichtsaus-druck sich furchtbar verdüstert hatte.

Der Arzt, der Müller und seine Frau gingen hinaus.

Als Lucien sich mit dem alten Priester allein sah, rief er:Ich verdiene den Tod, und ich fühle ihn kommen. Ichbin ein Elender, dem nichts mehr übrig bleibt, als sichin die Arme der Religion zu werfen. Ich, hochwürdigerHerr, ich bin der Henker meiner Schwester und meinesBruders, denn David Sechard ist wie ein Bruder zu mir!Ich habe die Wechsel gefälscht, die David nicht bezahlenkonnte . . . ich habe ihn ruiniert. In dem schrecklichenElend, in dem ich war, habe ich dieses Verbrechen ver-gessen. Die Prozesse, zu denen diese Wechsel Anlaßgaben, sind durch das Eingreifen eines Millionärs nieder-geschlagen worden, und ich hatte geglaubt, er hätte sieeingelöst; es war also nichts damit!"

Und Lucien erzählte all sein Unglück. Als er seinefieberhafte Erzählung, die in der Art, wie er erzählte,eines Dichters würdig war, beendet hatte, bat er denGeistlichen, nach Angouleme zu gehen und sich bei Eva,seiner Schwester, und Frau Chardon, seiner Mutter, überden wahren Stand der Dinge zu unterrichten, damit ererfuhr, ob noch Hilfe geschaffen werden könne.

Bis zu Ihrer Rückkehr, hoch würdiger Herr," sagte erund vergoß dabei heiße Tränen,werde ich leben können.Wenn meine Mutter, meine Schwester und David michnicht zurückstoßen, werde ich nicht sterben."

Die pariserische Beredsamkeit, die Tränen dieser er-schreckenden Reue, der schöne, blasse Jüngling, der vorVerzweiflung fast starb, der Bericht von unglücklichenEreignissen, die fast über Menschenkraft gingen, all daserregte das Mitleid und Interesse des Geistlichen.

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