möchte helfen, ihn ins Bett zu bringen, und bat ihn umVerzeihung, daß er ihm mit seinem Tod Ungelegenheitenmachte, denn er glaubte, sein letztes Stündlein wäre ge-kommen. Der Dichter sah den Tod vor Augen und bekamreligiöse Gedanken: er wollte den Geistlichen sehen, beich-ten und die Sakramente empfangen. Diese Klagen, dieein so schöner Jüngling mit schwacher Stimme stöhnte,rührten Frau Courtois sehr.
„Hör mal, Mann, steig aufs Pferd und hole HerrnMarron, den Arzt von Marsac; er wird sehen, was derjunge Mann hat, der mir gar nicht gefallen will, und dubringst auch den Geistlichen mit. Vielleicht wissen siebesser als du, wie es mit diesem Drucker von der Placedu Mürier steht, da Postel der Schwiegersohn des HerrnMarron ist."
Als Courtois fort war, gab die Müllerin, die wie alle Men-schen vom Lande den festen Glauben hatte, wenn einMensch krank wäre, müßte er tüchtig essen, Lucien, deralles mit sich machen ließ, sein Frühstück. Er hatte heftigeGewissensbisse, und diese retteten ihn aus seiner Kraft-losigkeit durch den heftigen Gegenreiz, den diese Artmoralischer Medizin hervorrief.
Die Mühle von Courtois lag eine Meile von Marsac, derHauptstadt des Kantons, die auf dem halben Weg zwi-schen Mansle und Angouleme liegt, entfernt. Daher kamder wackere Müller bald mit dem Arzt und dem Geistlichenvon Marsac zurück. Diese beiden Männer hatten von derLiebschaft Luciens mit Frau von Bargeton sprechen hören,und da das ganze Departement der Charente in diesemAugenblick von der Verheiratung dieser Dame und ihrerRückkehr nach Angouleme mit dem neuen Präfekten, demGrafen Sixtus du Chätelet, sprach, waren der Arzt und derGeistliche, als sie hörten, daß Lucien bei dem Müller war,sehr neugierig, etwas von den Gründen zu hören, die die
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