Lucion grüßte das Paar kalt und warf ihm einen Blickzu, der zugleich schüchtern und drohend war; dann ent-fernte er sich auf einem Seitenwege, der aus Mansle hinaus-führte. Er wollte einen Bauernhof suchen, wo er Brot undMilch zum Frühstück bekommen, sich ausruhen und inRuhe über seine Zukunft nachdenken konnte. Er hattenoch drei Franken. Der Dichter der ,Margueriten', dendas Fieber vorwärts trieb, lief noch lange; er ging den Flußentlang talabwärts und besah sich die Gegenden, die immermalerischer wurden. Gegen Mittag erreichte er eine Stelle,wo der breite Wasserspiegel eine Art See bildete, der vonWeiden umgeben war. Er blieb stehen, um dieses dichte,erfrischende Wäldchen zu betrachten, dessen ländliche An-mut seine Seele bewegte. Zwischen den Wipfeln sah er dasStrohdach eines Hauses, das neben einer Mühle an einemArm des Flusses gelegen war. Als einziger Schmuck standenvor diesem Bauernhaus einige Büsche Jasmin, Geißblattund Hopfen, und ringsherum wuchs blühender Phlox. Aufdem Mauerwerk, das die Straße vor dem Hochwasser zuschützen bestimmt war, sah er Netze in der Sonne liegen.In dem klaren Teich neben der Mühle, der zwischen denbeiden Wasserläufen lag, die brausend die Räder trieben,schwammen Enten. Die Mühle klapperte. Auf einer länd-lichen Bank sah der Dichter eine behäbige Frau sitzen,die strickte und auf ein Kind achtgab, aas die Hühnerneckte.
„Gute Frau." sagte Lucien und trat näher, „ich bin sehrmüde, habe das Fieber und habe nur noch drei Franken;wollen Sie mich eine Woche lang auf dem Stroh schlafenlassen und mir Schwarzbrot und Milch geben? Während-dessen kann ich meinen Verwandten schreiben, die mirGeld schicken oder mich hier abholen." „Gern," sagte sie,„wenn nämlich mein Mann will. — He, Mann, komm dochmal her!"
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